Was‘ nicht alles gibt

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Gedenktag

Ich habe das Gefühl, als würden sich die meisten Leute, die Haustiere lieben, entweder auf die Seite der Katzen oder auf die der Hunde schlagen. Es gibt dann den Katzentyp und den Hundetyp, und Ausnahmen bestätigen die Regel. Ähnlich gibt es den Frankreich- oder Italienfahrer, was die Wahl des Urlaubslandes angeht. Katholisch-spirituell gibt es den Philippo Neri-Typen und den, der sich zu dessen Gegenspieler, Ignatius von Loyola hingezogen findet. Beide Heiligen haben zur gleichen Zeit in Rom gelebt und beide könnten gegensätzlicher nicht sein. Papst Franziskus ist von seiner ersten Liebe her ganz sicher Ignatianer, da er dessen Orden, den Jesuiten beitrat. Dennoch spiegelt sein eigentlich sehr wenig päpstliches Auftreten und seine gesamte Art in reifen Jahren viel mehr von der verspielten Art des heiligen Philipp.
Mich persönlich zieht es in Rom viel mehr zur Chiesa Nuova, wo Philipp Neri lebte und begraben liegt, aber heute ist der Gedenktag des heiligen Ignatius. Deshalb heute seine Totenmaske.

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Heiliger Ignatius, bitte für uns.

Hier gibt es mehr über den heiligen Ignatius.

Bild von hier.

Der neue Seewald

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Als das „Salz der Erde“ rauskam, war der Papst noch kein Papst. Es war aber schon ein Renner, weil einer der bedeutendsten Kirchenmänner offen über seine Meinung sprach. Als dann doch Papst wurde wer Papst werden sollte, dürfte es eine zweite Welle gemacht haben. Ich hatte es damals auch in die Finger bekommen und ziemlich begeistert verschlungen. Das Werk beeindruckte wegen seines Stils, seiner Sachlichkeit und weil es ein typischer Ratzinger war. Vielleicht beeindruckte mich aber noch mehr, dass das Buch konnte, was nur wenige katholische Bücher können, Leute bekehren.
Ich bin gespannt, was das neue, jetzt angekündigte Buch können wird. Auf jeden Fall wird es aufklären. Der Gesprächsband von Seewald mit Kardinal Ratzinger überraschte mit: „Der ist ja gar nicht so wie immer alle sagen!“ Das gleiche dürfte das neue Werk jetzt auch tun, in dem sich unser Papst, noch als Kardinal Bergoglio, mit Rabbi Abraham Skorka aus Argentinien austauscht. Viele wird erschrecken, dass Bergoglio katholisch war und bis heute offenbar nicht im Sinn hat, daran etwas zu ändern. Katholische Päpste haben schon immer genervt. Die Welt veröffentlicht gerade einen Happen zum Einstimmen. Na das wird was geben…

„Über Himmel und Erde. Jorge Bergoglio im Gespräch mit dem Rabbiner Abraham Skorka“, Riemann Verlag München. 240 Seiten, 19,99 Euro

Das neue Papstwappen

Das Wappen des Papstes wurde leicht verändert. Es hat jetzt nicht mehr diesen doofen Fünfzackstern links unten, der an das Pentagramm der Verwirrten erinnern könnte oder an den Stern in den Fahnen aller möglichen Regierungen und Militärabzeichen. Vielmehr hat es jetzt einen richtigen Stern zur Erinnerung an die Mutter Jesu. So fragen sich nicht gleich die besonders wachen Beobachter, ob der Pontifex nicht vielleicht doch der törichten Maurerei angehört.
Auch die Narde, rechts, hat eine leichte Modifizierung erhalten. Ihr wurden Andeutungen von Blättern beigefügt, dass man nicht gleich an eine Weintraube erinnert werden soll. Letzteres hätte man vielleicht etwas beherzter angehen können. Das neue Wappen ist in der Seitenleiste bereits zu sehen.

Und – wow! – Gerüchte gehen um, dass der Papst die Schließung der Vatikanbank erwägt. Na da sind wir ja gespannt…

Predigt des heiligen Franziskus

Dachte, das passt vielleicht ganz gut zur Palmsonntagpredigt des Papstes:

Es war immer die höchste und vorzüglichste Sorge des seligen Franziskus, auch außerhalb des Gebetes und der Heiligen Messe ohne Unterlass von innerer und äußerer Heiterkeit des Geistes erfüllt zu sein. Und er liebte dies auch ganz besonders bei seinen Brüdern. Er tadelte sie oft, wenn sie ihre Schwermut und ihren Ärger nach außen hin zeigten. Denn er sprach:

„Wenn der Knecht Gottes sich bemüht, die innere und äußere Heiterkeit des Geistes zu bewahren, die aus der Reinheit des Herzens kommt und durch demütiges Gebet erworben wird, dann können ihm die Dämonen nicht schaden, denn sie werden sprechen: ‚Wenn der Knecht Gottes in Glück und Unglück heiter bleibt, dann können wir kein Tor finden, durch das wir eingehen in ihn, und können ihm nicht schaden.‘ Dann aber triumphieren die Dämonen, wenn sie die Frömmigkeit und Heiterkeit, die aus seinem Gebete und aus den anderen Werken der Tugend kommen, austilgen oder schwächen können.
Denn wenn der Teufel am Knechte Gottes etwas sein eigen nennt, dann wird er in Bälde aus einem Haar einen Balken machen, in dem er immer mehr zu dem Seinen hinzufügt. wenn jener nicht weise ist und sich bemüht, so schnell wie möglich den Anteil des Teufels an ihm durch die Tugendwerke des heiligen Gebetes, der Reue, der Beichte und der Buße zu zerstören. Meine Brüder, weil also diese Heiterkeit des Geistes aus der Keuschheit des Herzens und aus der Reinheit des beharrlichen Gebetes kommt, müssen wir uns vor allem bemühen, diese beiden Tugenden zu gewinnen und zu bewahren, damit ihr diese Heiterkeit, die an mir und an euch zu schauen und zu fühlen meine heißestes Sehnsucht ist, im Inneren besitzt und nach außen hin zeigt, zur Erbauung des Nächsten und zur Schande des bösen Feindes. Denn sein und der Seinigen Anteil ist die Trauer, uns aber steht es zu, immerdar fröhlich zu sein und uns im Herrn zu freuen.“

Aus: Der Bericht über das Leben des Franz von Assisi; hersg. Wolfgang Rüttenauer, München 1981, 178.