Blogpause

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Mit der Bitte um Geduld und Nachsicht möchte ich verkünden, dass hier jetzt erst mal Pause ist. Ich habe die Arbeit an einem Roman angefangen und der nimmt gerade ziemlich Fahrt auf. Hätte nicht gedacht, dass beides, bei mir momentan, nicht zugleich geht, Geschichten- und Theologisches schreiben. Das Büchlein zur Firmung ist beim ersten Verlag angefragt, ein neues nur eingeleitet. Gute Zeit also, was dazwischen zu schalten.

Soviel: Der Roman trägt den Arbeitstitel „Dder kleine Franz – Eine Duderstädter Geschichte zum Vorlesen“. Bin selbst gespannt, wie es sich entwickelt. Wünscht mir Lust und kraft, über Twitter und facebook bin ich immer zu erreichen.

Ein Gedanke als Vorwort

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Klärende Gedanken zur Eucharistie

Starten wir also. Ich gehe wieder vor, wie in unserem ersten Projekt über die Firmung und folge, meistens ohne es hier eigens zu erwähnen, den Vorgaben meines Lehrers, des heiligen Thomas von Aquin. Das gibt mir Sicherheit, auf dem sichersten Weg zu laufen.

Zunächst aber eine Art Vorwort. Nehmen wir an, jemand will Dir eine Gemäldesammlung zeigen, die ihm sehr am Herzen liegt. Jedes Stück ist ihm wertvoll wie Gold und an jedem hängt sein Herz auf besondere Weise. Was wird er Dir als letztes zeigen? Sicher das allerliebste Stück, das mit dem größten Wert und das, worum der meiste Aufwand zur Pflege und zum Schutz getrieben wird. Das Allerschönste, das Allerwichtigste, das was absolut im Zentrum steht, das man nur ansehen, nicht anfassen darf, das wird er besonders umschwärmen und Dir mit Liedern besingen, was es ihm bedeutet.

Wenn jemand die katholische Kirche bitten würde, ihm ihre Schätze vorzuführen, dann würde sie, wie der Kunstliebhaber alles mögliche besingen, umschmeicheln und preisen. Als letztes aber würde sie feierlich zu den sieben Sakramenten schreiten. Sie sind der Gegenstand aller Pflege, allen Schutzes und jeder Verehrung und der ganzen Liebe. Unter ihnen aber, die ganz besondere Mona Lisa sozusagen, das ist das Sakrament der Eucharistie.

Wir werden hier sicher das eine oder andere Mal ziemlich nüchtern, ja fast trocken drüber reden. Wir sollten aber immer im Hinterkopf bewahren: Die Eucharistie ist das Herz der Kirche, dasjenige aus dem sie wächst und gedeiht und dasjenige, um dessentwillen sie überhaupt auf der Welt ist. Die Katholiken selbst gehen, sogar bis hinauf in die höchsten Gremien und Posten der Kirche mit der Eucharistie schon mal um, wie wenn man Würstchen auf den Grill legt. Das ist bedauerlich und sollte uns nicht zu lange betrüben. Die Menschen haben nunmal den Hang, sogar vor dem Allerschönsten gelangweilt zu sein und nicht mehr zu erkennen, was ihnen eigentlich in die Hände gegeben ist. Geheult und gesungen wird oft erst, wenn wir die Dinge vermissen. Aber wie gesagt, wir sollten uns davon nicht aufhalten lassen, sondern das Lied hin und wieder anstimmen.
Ich kündige an, zunächst kurz anzureizen, was überhaupt ein Sakrament ist.

Kindschaft – Die Gabe der Frömmigkeit

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Eine Katechese zur Firmung

Die Gabe der Frömmigkeit, die wir heute zu besprechen haben, ist mir von den sieben die liebste geworden. Warum, das erzähle ich Dir deswegen natürlich besonders gern. Um das aber tun zu können, müssen wir uns anschauen, was mit Frömmigkeit überhaupt gemeint ist, bzw. was die Lehre unserer Kirche damit meint.
Wenn wir bei den Leuten fragen, was sie unter einem frommen Menschen verstehen, dann meinen sie sicher einen, der die Regeln seiner Religion einhält und ihre Bräuche pflegt. Ein frommer Jude ist dann einer, der in die Synagoge geht, jüdisch betet und koscher isst. Ein frommer Moslem geht freitags in die Moschee, verzichtet auf Schweinefleisch und pilgert nach Mekka. Im gleichen Sinn lesen die frommen Protestanten fleißig und betend die Bibel, ein frommer Katholik geht beichten und Sonntags in die Kirche. Alles schön und gut, aber das beschreibt erst einmal überhaupt nicht, was die Lehre der Kirche unter Frömmigkeit versteht.

Das lateinische Wort für Frömmigkeit lautet „pietas“. Die Namen Pia und Pius leiten sich davon ab. Ein Mädchen, das Pia heißt trägt einen Namen, der von ihr sagt, sie sei fromm, und fromm versteht sich zunächst einmal gar nicht religiös. Wer fromm war, der hat erst einmal nicht die Götter geehrt, sondern seine Eltern. Die Tugend der Frömmigkeit wurde zunächst verstanden als eine Neigung, mit Freuden das vierte Gebot zu halten, das sagt, man solle Vater und Mutter die Ehre geben. Dabei ist Wert auf die Freude zu legen.
Wer zähneknirschend und mit innerem Widerstand seine Eltern ehrt, erfüllt zwar das Gebot. Er tut es aber nicht spontan, nicht unbedingt gern und nicht mit einer aus tiefer Einsicht kommenden Leichtigkeit. Weißt Du, wenn ich Dir etwas schenke, weil Dein Vater mich bittet, dann muss ich das nicht gern tun. Wenn ich Dir aber ein Geschenk mache, einfach nur, weil ich Dich mag, dann ist das etwas ganz anderes, und erst dann wirklich schön für Dich.
Der heilige Thomas von Aquin, der die Lehre unserer Kirche am besten erklären konnte, schrieb deshalb, die Tugend der Frömmigkeit setze uns in den Stand, unseren Eltern freudig und leicht die ihnen zugkommende Ehre zuteil werden zu lassen. Wenn die Frömmigkeit aber als eine Gabe des Heiligen Geistes zu verstehen sei, dann ermutige sie uns, Gott als unseren Vater mit einer solchen Leichtigkeit zu ehren.

Ein kurzer Gedanke noch, der nicht ganz unwichtig ist. In Deiner Vorbereitung auf die Firmung hat man Euch gebeten, einen Paten zu suchen. Deine Wahl fiel auf mich und so bin ich jetzt Dein Firmpate geworden. Wenn Du mit jemandem über mich sprichst, dann musst Du das aber gar nicht unter dieser Hinsicht tun. Du kannst auch über mich sprechen, insofern ich ein alter Freund Deines Vaters bin. Du kannst über mich sprechen insofern ich ein Theologe oder Sozialarbeiter bin. Du kannst über mich reden, weil ich ein Westfale bin oder unter vielen Hinsichten noch. Du kannst zum Beispiel sagen, als Freund meines Vaters schätzt Du meine Person, mit den Westfalen aber stehst Du innerlich ein bisschen auf dem Kriegsfuß. Du kannst sagen, als Sozialarbeiter weißt Du nicht, wie Dein Patenonkel einzuschätzen ist, als Theologe aber magst Du vielleicht, dass er Dir ein Buch schreibt. Du sprichst immer über den selben, einen Menschen, seine einzelnen Facetten aber magst Du vielleicht ganz verschieden einschätzen.
Mit Gott ist es etwas ähnlich. Die Juden denken am Sabbath nicht einfach nur an Gott. Sie denken an Gott, der sie durch das Rote Meer geführt hat, dafür lieben sie ihn – als sein Volk – ganz besonders. Die Muslime beginnen jede Sure, die sie im Koran lesen (bis auf eine) mit der Information, dass Gott barmherzig ist. Diese Seite betonen sie am meisten.
Die Christen verehren Gott durchaus als Gott und mächtigen Schöpfer. Thomas sagt, das tun sie in der Tugend der sogenannten „religio“. Sie verehren ihn als Schöpfer und ebefalls als den Barmherzigen. Was sie aber besonders lieben, schätzen und verehren, das ist seine Vaterschaft. Jene Vaterschaft, in der wir unser höchstes und tägliches Gebet mit den Worten „Vater unser“ beginnen. 
Was die einzelnen Religionen am meisten verehren, das meinen sie als ihr „mehr geht nicht“, als das Höchste. Der Zug des Volkes, den Gott ermöglicht hat, ist für die Juden so etwas wie das Größte. Man wählt kein Nebenbei, wenn man an jedem Sabbath zusammen kommt, um der Familie die Großtaten Gottes ins Gedächtnis zu rufen. Das Gott der Allbarmherzige ist, bedeutet für die Muslime das größte. Warum sollte fast jede Sure sonst mit dieser Auskunft beginnen. Für uns Christen ist das größte und höchste, das man von Gott aussagen kann, dass er unser Vater, nicht nur unser Schöpfer, sondern unser väterlicher, treuer Freund ist. Und es ist die Gabe der Frömmigkeit die uns ermutigt, das in Liebe zu ehren, nach dem wir es in den anderen Gaben hinreichend erkennen konnten.

Überzeugung – Die Gabe der Erkenntnis

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Eine Katechese zur Firmung

Gehen wir einen Schritt weiter und kommen wir zur Gabe der Erkenntnis. Sie ist, wenn man so möchte, eine Partnerin der Einsicht, die wir schon hatten. Auch wieder kurz erklärt: Angenommen es gibt Dir einer in englischer Sprache die Auskunft, in fünf Minuten komme laut Zeitplan schon ein Bus, den Du nehmen willst. Die Einsicht vermittelt Dir, was er sagt. Du hast genügend Englisch gelernt und kannst seinen Worten ablesen, was er sagen will. Das ist das eine: Erkennen, was er sagt. Es gibt aber eine zweite Art Erkennen, die zum ganzen gehört. Wenn Du erfasst hast, was er sagt, musst Du noch erfassen, ob es auch wahr ist oder ob er Unsinn redet. Der Fahrplan und der Bus werden es Dir zeigen.
Die alten Theologen, die ihre Gedanken immer eingeteilt und geordnet haben, erkannten, es gibt immer diese beiden, ob im täglichen, praktischen Leben oder im geistigen, beschaulichen. Zum einen sollte man erkennen, was Sache ist, zum anderen, ob sie zutrifft. Das erste macht der Intellekt, das zweite die eigentliche Erkenntnis.

Wenn Dir jemand gesteht, dass er Dich lieb hat, dann hörst Du seine Worte und mit Deiner Intelligenz kannst Du sie verstehen. Die Botschaft kommt an, aber ob auch stimmt, was er sagt, das muss sich in der zweiten Erkenntnis zeigen. Du wirst es zum Beispiel daran sehen, wie er sich Dir gegenüber benimmt, wie sich zeigt und anfühlt, was er tut und weiterhin sagt.

Nun reden wir hier ja die ganze Zeit über die Gaben des Heiligen Geistes, und somit über die Religion und was sie mit uns zu tun hat. Auch da lässt sich unsere Schablone auf die Dinge legen, aber manchmal liegen hier die Dinge nicht ganz so eindeutig am Tage und wir brauchen Hilfe. Ich habe es in meinem Leben hier gerade mit einem jungen Freund zu tun, der, wie er sagt, an Gott glaubt. Er möchte hier und da, dass ich mit ihm drüber rede, weil er ein großes Interesse daran hat, wie ein Gläubiger Christ seinen Glauben glaubt und lebt. Er würde irgendwie auch gern glauben, aber das mit dem persönlichen Gott, wie wir ihn kennen, liegt ihm einigermaßen fern. 
Ich tue gern, was er wünscht und habe ihm schon des längeren unsere Lehre ausgebreitet. Er versteht die Worte. Er versteht, was ich sage, wenn ich darlege, Gott liebe seine Schöpfung, er kenne alles und jeden und habe ein wirkliches Interesse an uns und ihm. Er versteht auch, wenn ich ihm darlege, wie das mit der Menschwerdung war, wie das mit den Sakramenten ist und dem liebevollen Vater im Himmel. Er versteht, wie gesagt, denn er ist ein intelligenter Bursche. Ich kann ihm also alles darlegen, so genau wie er möchte und so genau wie ich kann. Aber ob auch stimmt, was ich meine, ob ich Recht habe mit dem, was ich glaube, das können meine Worte nicht vermitteln. Hier bräuchte er die Gabe der Erkenntnis. Um die kann man beten, und wenn der Schöpfer die Gabe allen anbietet, dann hat er auch Lust sie zu vergeben. Wann und wie ist seine Sache, aber was er wünscht, hat er uns kund getan. 
Der Gabe kommen natürlich einige Faktoren entgegen. Meine Glaubwürdigkeit, sein Vertrauen in meine Person als sein Freund, viele Zeugnisse kräftig gläubiger Christen und vieles mehr. Es kommt auch das eine oder andere von anderen Seiten, etwa seine eigenen Bedenken, die Muslime, die das alles mit der entgegenkommenden Liebe nicht glauben oder das Zeugnis der jüdischen Gemeinden, die wieder andere Standpunkte vertreten. Alles steht da, hoffentlich, ohne sich aufzudrängen und am Herzen dessen zu zerren, der sich da interessiert. Deshalb bin ich eher zur stillen und beschaulichen Weise geneigt und schlage vor, ein bisschen in die Stille oder mal allein spazieren zu gehen, die Dinge in Ruhe zu betrachten und zaghaft zu beten. Der, der alles weiß, möge uns Erkenntnis schenken und seine gute Wege führen. Die Gabe der Erkenntnis ist also in erster Linie eine Gabe der Beschaulichkeit, dann erst eine Anleitung zur Praxis. Zuerst möchten wir sehen, wo wir sind und was ist, wie es ist. Dann erst kommt der zweite Schritt, das losgehen und in die Tat umsetzen.