Meilensteine

Ein besonderer Höhepunkt der frühen Jazzgeschichte war ohne Zweifel Louis Armstrong, der den schon genannten Bix Beiderbecke mit seiner Art Trompetenspiel beeinflusst hatte. Armstrong hatte auf den Missishippiedampfern Musik gemacht und in verschiedenen Bands gespielt. Er gründete schon sehr früh seine eigene Truppe, die „Hot Five“, die in der Musikwelt eine echte Überraschung war und schnell ein großer Erfolg wurde. Typisch für diese frühe, populäre Form des Jazz ist das Überlagern und Zusammendudeln der Solisten (das sich im Dixieland ja bis heute gehalten hat), das lang gezogene Posaunen-Glissando und insgesamt diese melancholische Stimmung, die auch in den zügigen Tempi und in der heiteren Musik noch die Trauer der Sklaven durchklingen lässt. Armstrong hatte große Anteile am Riesenerfolg des schwarzen Jazz in der weißen Lebenswelt der Amerikaner.
Satchmos Hot Five mit dem West End Blues.

Morgen wird es aber mal wieder rockig, versprochen!

Jazz verstehen

Es gibt unbestritten Jazz vor- und es gibt Jazz nach Charlie Parker. Er und seine Freunde gehören zu den bedeutendsten Meilensteinen der modernen Musikgeschichte. Es gibt allerdings auch schon viel früher einen Jazz vor- und einen Jazz nach Louis Armstrong. Der hat nicht nur für das Trompetenspiel, sondern für die gesamte Entwicklung des Jazz wie kein anderer sämtliche Standarts gesetzt.
Mein Morgenjazz von heute ist dem Stil nach sehr klar vor Parker und sehr klar nach Armstrong. Er erinnert an den guten alten New Orleans Sound, den Satchmo so geprägt hatte. Der eigenwillige Sidney Bechet spielt das Sopransaxophon mit einer unglaublichen Kraft und mit einem Durchsetzungsvermögen, wie es sonst nur die Trompete hat. Bemerkenswert ist aber die Trompete von Teddy Buckner ab 1:50. Sie bildet, durch den Dämpfer gespielt, einen so hübschen und weichen Kontrast zum vorigen Sopransax, dass ich bei seinem Klang unter der  Tür her fließen könnte. Ein wunderschönes und herrlich langes Solo. Wenn sich beide Interpreten bei 4:14 aber wieder zusammenfinden und Buckner die Trompete ohne Dämpfer spielt, dann dürfte jedem klar, sein, wie Groß Satchmo Armstrongs Einfluss auf den Jazz war und bis heute ist.
Ansonsten vergrabe ich mich jetzt in meine Bücher und mache mich an die Arbeit und lese was über etwas, was ich nie verstehen werde, weil es nie jemand verstehen wird: Über das Wesen der Dinge und das Wesen Gottes. Schließlich gilt es Thomas‘ Kapitel über das Erkennen als Gottes Wesen zu kommentieren.

Spaßiger Jazz

Es tut mir leid, Karneval kann ich leider nicht. Aber wie sich zu Karneval die Priester die lustigen Predigten aus den Ärmeln schütteln, so krame ich gern was Lustiges aus meiner Jazzkiste.
Spaß im Jazz, dafür ist zunächst bei Dizzy Gillespie nachzusehen. Der Weltklassetrompeter machte sich ganz gern mal zum Clown auf der Bühne und verband die komplizierteste Musik mit witzigen Einlagen. Hier mit seinem Gast Satchmo Armstrong, der auch Zeit lebens ein lustiger Kerl auf der Bühne blieb.