Den Willen wollen

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Anmerkungen für unseren Bufdi

Ok, legen wir los. Wir hatten gesagt, was unser Gespräch angeht, sei die Frage, ob es eine Gottheit gibt oder nicht, sozusagen positiv geklärt. Das heißt, wir beide gehen, zunächst davon aus, das Universum hat eine Gottheit, dem es sich verdankt, eine Gottheit, aus der direkt oder indirekt alles kommt. Jetzt stellt sich eine zweite Frage: „Ist die Gottheit eine persönliche Sache oder nur eine sachliche.

Nehmen wir an, eine Lampe spendet Licht und erhellt einen Raum. Lampen tun das zwar, sie wollen es aber nicht, weil Lampen nichts wollen können. Keine Lampe will hell sein, keine Lampe will ausgehen. Kein Bus will fahren, er fährt einfach. Auch Busse sind nicht imstande, etwas zu können. Wenn Du so willst: Busse können nichts können, weil Busse zu den Sachen gehören. Man kann sagen, es fehlt ihnen die Voraussetzung so etwas wie einen Willen zu entwickeln. Bei den Tieren ist es schon etwas anders. Sie machen den Anschein, dass sie etwas wollen können. Der Hund wetzt zur Fleischwurst, wenn da irgendwo eine dampft. Er will sie verspeisen, eindeutig. Schafe wollen sich unterstellen, wenn es regnet und Regenwürmer wollen sich in den Boden graben.

Menschen wollen auch. Sie wollen essen und trinken, sie wollen schöne Sachen machen und sofort. Wir sollten uns aber fragen, ob das Wollen der Tiere und das Wollen der Menschen nicht zwei verschiedene Sachen sind. Man kann nämlich sagen, die Menschen wollen nicht nur die Dinge, die sie wollen. Sie wollen auch wollen. Das heißt, sie wollen nicht nur einfach, sondern sie wissen, dass sie wollen und entscheiden sich dafür, weiterhin zu wollen. Das klingt jetzt alles, wie wenn wir über unsere eigenen Füße stolpern. Es ist aber ein ganz alter Gedanke, dem auf den Grund zu kommen, haben sich die alten Philosophen schon die Köpfe heißt gedacht. Fest steht, die Menschen mögen es, einen Willen zu haben und Sachen wollen zu können.

Man spricht von den sogenannten Gegenständen des Willens. Der Gegenstand des Hundewillens ist die Fleischwurst, der Gegenstand des Menschenwillens ist ein gutes Essen. Das Wollenkönnen kann aber auch ein Gegenstand des Willens zu sein. Theoretisch könnte ein Mensch sagen, er habe jetzt keine Lust mehr ewig irgend etwas zu wollen und wünschen, jemand würde ihm den Willen ausschalten. Ob das auch praktisch möglich ist, wäre an anderer Stelle zu fragen. Theoretisch geht das aber, das heißt, man kann es denken.

Ich wollte auf eine Frage hinaus: Wenn aus der Gottheit die Welt kommt, ganz egal wie, dann könnte uns interessieren, ob sie das so gleichgültig wie eine Lampe tut oder ob sie die Welt wirklich will. Ist der Schöpfung eine Willensentscheidung vorausgegangen, eine bewusste oder nicht? Man könnte ja auch annehmen, die Welt kommt aus einem Prinzip, das um sich selbst gar nicht weiß und sein Willen nicht wollen kann. Das wäre die nächste Frage, um die wir uns Gedanken machen können. Wenn nämlich die Gottheit die Welt nicht nur macht, sondern auch will, dann ist das der erste Ansatz für das, was alle Welt die Liebe nennt. Etwas lieben heißt, es selbst, sein Dasein wünschen und zugleich wollen, dass es ihm gut geht.

Der Wille und die große Seligkeit

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Islam und Christentum, 50

Zur Methode der Scholastik gehört das Diskutieren, der Dialog, würde man heute sagen. Zwei Schülern wird ein Thema gegeben, eine Frage vorgelegt. Beide sollen sich eine Lösung ausdenken und die mit Worten möglichst gut vertreten. Dabei sollen sie sich auf die Gedanken stützen, die große Denker vor ihnen bereits genannt haben. Einer fängt an und legt seine Meinung dar. Der andere merkt sich alles so gut er kann und stellt Fragen, nicht um das Gesagte zu widerlegen, sondern um sicher zu gehen, dass er ihn richtig verstanden hat.
Dann ist sein Gegner an der Reihe. Er legt seine gegenteilige Meinung dar, und auch er möglichst gut und möglichst gebildet. Dann tauschen die beiden Kontrahenten die Position. Jeder muss jetzt, so gut er kann, diejenige Meinung vertreten und sichern, die vorher seine gegnerische war. Beide Meinungen stehen nun da, und der Lehrer gibt am nächsten Tag die Lösung in einer kurzen Ansprache bekannt. Am Schluss werden die einzelnen Argumente, jedes für sich, kurz widerlegt, und die Frage ist so gut es geht geklärt. 
So etwa sah zur Zeit der Hochscholastik ein Dialog an der Universität damals aus, und zu besonderen Anlässen und Festen wurden besondere Fragen ausgewählt. 
Du siehst schon, es wurde gründlich gearbeitet und vor allem wurde das Denken und Argumentieren geübt und geschult. Am Ende sollten gelehrte Leute die Universität verlassen, die in ihrem Fach möglichst gut gebildet waren. Mit diesem Rüstzeug sollten sie sich dann den Gegnern anderer Glaubensrichtungen und Meinungen stellen. Man war der Überzeugung, die besten Antworten zu den wichtigen Fragen kämen so am besten ans Licht. Heute würde man sagen, jeder kann sich am Ende möglichst gut für seine Positionen entscheiden.
Zur Zeit der Scholastik waren es allerdings nicht nur die Christen, die auf diese Weise diskutierten. Bei den Juden und Muslimen gab es ebenso gelehrte Leute, die sich die tiefen Fragen der Religion und Weltanschauungen vorlegten. Große Themen taten sich in der Frage auf, wer den alten Meister Aristoteles am besten und richtig zu erklären und kommentieren verstand. Hier hat auch unser Meister Thomas sich besonders hervorgetan und die Werkzeuge der Philosophie für seine christliche Welterklärung zu benutzen.
Aber bleiben wir bei unserem Beispiel. Ich habe Mohammed gefragt, ob er glaube, dass Gott etwas wolle. Wenn vom Willen und Wollen die Rede ist, dann geht das auf zweierlei Weisen. Man kann vom Willen selbst reden und von den Dingen, die gewollt werden. Ein Beispiel. Der Friede ist etwas, was alle wollen. Man sagt, der Friede gehört zum Willen. Ein anderes Beispiel ist das Essen. Alle wollen satt werden, so gehört das Essen und Trinken in den Bereich des Willens. Das sind Sachen, die gewollt werden, also die Gegenstände des Willens. 
Man kann nun auch zu der anderen Seite der Frage kommen und sagen, dadurch, dass jemand Himbeereis mit Sahne will können wir sagen, er gehört zu denjenigen Wesen auf der Welt, die überhaupt einen Willen haben. Ob er dies oder das will, er kann wollen.
Der eine will in ein Dorf gehen, der andere in eine Stadt. Das heißt, beide können Laufen. Sie haben die nötigen Apparate, die menschliche Wesen laufen machen.

Ähnlich habe ich bei Mohammed angesetzt. Ich sagte, Gott ist barmherzig. Das bedeutet, er will unser Bestes. Dadurch, dass er unser Bestes will, zeigt er, dass er grundsätzlich etwas wollen kann. Er ist also nicht wie ein Stein etwa, dem die Werkzeuge dazu fehlen. Hier steigen wir mit Thomas ein. Er sagt, in Gott ist Wollen, also ist in ihm auch so etwas wie Vernunft, denn dem Willen muss eine Art vernünftiges Erkennen vorausgehen. Wir können nichts wollen, wenn wir zuvor nicht etwas für würdig erachtet und erkannt haben. Das Erkennen erledigen ist eine Aufgabe der Vernunft. Also ist der etwas wollende Gott ein erkennender Gott.

Wollen heißt immer Gutes wollen. Wir können nichts wollen, wenn wir in dem Gewollten nicht irgendwie etwas Gutes entdeckt haben. Thomas sagt, der Gegenstand des Willens ist immer das Gute, und ob einer gute Bücher will oder gute Autos will, er will hinter allem immer das Gute als solches. Gott ist die Quelle und Fülle des Guten. Also ist Gott das, was am meisten gewollt werden kann und wird. Wenn man das alles beim Wort nimmt, dann will Gott zunächst und am meisten sich selbst, und alles Gute, wird eigentlich um seinetwillen gewollt, ob man darum weiß oder nicht. So kommen wir zu dem fast absurd klingenden Schluss. Jeder Wille will hinter allem, was er will, bei Gott sein, und Gott selber will auch am tiefsten und meisten sich selbst. Darin aufgehen, das nennen wir die große Seligkeit.

Macht und Güte

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Islam und Christentum, Teil 36

Ich glaube, ich muss jetzt etwas Beruhigendes sagen. Es könnte nämlich sein, dass sich nach unserem letzten Kapitel der eine oder andere aufregt. Wenn man einfach so daher sagt, Gott habe zu seiner Schöpfung kein Verhältnis, dann kann das schon mal in den falschen Hals geraten.
Ein Kopf, der leicht zu verwirren ist, kann davon schon mal aus seiner ruhigen Bahn schleudern. „Gott hat kein Verhältnis zu uns“, spielt unter Umständen unseren Feinden günstig in die Karten. Ungläubige Leute hört man schon mal sagen, wenn es Gott geben würde, dann müsse er ein Sadist sein, den das Elend seiner Kinder entweder nicht interessiere, oder, was noch schlimmer wäre, er sieht es sich an ohne etwas ändern zu wollen.
Es könnte auch jenen Leuten ein Argument geben, die wohl an Gott glauben, die sich aber nicht für ihn interessieren, weil er offenbar auch für sie kein sonderliches Interesse zeigt. Was interessiert mich ein Gott, dem ich egal bin?

Das alles ist aber gar nicht gemeint. Es gibt nämlich, wie bei jeder Münze, auch hier wieder die berühmten zwei Seiten, die wir schon hatten. Dass Gott sich sehr wohl für die Welt interessiert und dass ihn das Schicksal seiner Kinder wirklich zu Herzen geht, das hat er uns gezeigt. In eurem, muslimischen Glauben in der Tatsache, dass er uns sein Wort und Gebot gesandt hat. Ein Gott, der sich nicht interessiert, wird das nicht tun. 
In meinem christlichen Glauben wird das noch viel dramatischer deutlich, nämlich im Opfertod Jesu, den er im Namen des Vaters für uns alle starb. Auch das dürfte ein Gott ohne Interesse wohl kaum veranlassen. Also interessiert sich der Mächtige sehr wohl für alles, bis ins Kleinste sogar, und er wird sich beeilen, zum besten aller Zeitpunkte alles in seine Ordnung zu bringen. Zum Erstaunen aller Schlaumeier, die es immer so genau wussten. Am Ende werden sich alle gerecht behandelt wissen und auf alle Fälle über die Maßen erstaunt sein. Der Allmächtige scheint nämlich einer zu sein, der es liebt, seine Kinder aufs herzlichste zu überraschen. Wir sind nur gerade in der Phase, in der die Eltern ihr Kleines noch im Glauben lassen, es bekomme gar kein Feuerwehrauto zu Weihnachten.

Die andere Seite gibt es aber auch: Gott wird von nichts in der Welt und von der Welt als ganze nicht im geringsten berührt. Nichts kann ihn seiner Substanz nach in Mitleidenschaft ziehen. Hiervon sprechen wir gerade. Auch das ist wichtig zu sagen.

Wer in unserem Sinn an Gott glaubt, der glaubt, das zwei Dinge zusammen kommen und eins sind: Die absolute Macht und die absolute Güte. Auf der Welt sind wir gewohnt, dass beides kaum zusammen wohnt. Was gütig ist, hat häufig keine Macht und das Mächtige ist zu oft nicht gütig. Bei Gott ist das anders. Das macht die attraktive Seite des Glaubens aus: Wer sich auf die Seite Gottes schlägt, der hat beides zum Freund. Er braucht nur die Geduld und den langen Atem seines Meisters. 
Beides braucht es absolut: Die Güte muss total sein und die Macht auch. Erst ein Streiter, der mit allen Gegnern fertig wird, ist wirklich gefragt. Ein Mann mit tausend Euro hört auf groß zu sein, wenn ihm einer mit einem mehr die Firma übernimmt. Wenn wir nun sagen wollten, Gott werde von seiner Schöpfung in Mitleidenschaft gezogen, dann steht er immer in Gefahr feindlich übernommen zu werden. Oder er ist gar einer, der es braucht, an seiner Schöpfung zu wachsen und erwachsen zu werden. Das alles klingt ungereimt und man braucht nicht viel Ahnung zu haben, um zu ahnen, dass da etwas nicht stimmt. Nein, Gott braucht diese unberührbare Seite, und das ist eben die Seite des Göttlichen an ihm. Diese Position müssen wir halten, und bei Thomas kommt das nicht daher, weil er sich das wünscht und weil er es so haben will. Im Gegenteil, auch wenn es allen Wünschen und Vorstellungen zuwider liefe. Es müsste behauptet werden, weil die Logik der Sache es verbietet. Ein Dreieck hat nunmal drei ecken, das gehört zu seiner Definition. Auch ein Wesen vom anderen Stern, das sich ganz anders ausdrückte, würde irgendwie bis drei zählen. Zur Definition des Göttlichen gehört nunmal, dass sie allen Dingen, die es gibt, ihr Dasein schenkt. Das kann nur ein Wesen, das über alles Dasein erhaben ist. Dass dieses Wesen sich – auf andere Weise – von Herzen sozusagen von unseren Tränen anrühren lässt, das steht auf einem anderen Blatt, allerdings im selben Buch.

Feindesliebe

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Die Frage lautet, ob man nicht mal stöbern könne, was der Meisterdenker zur Feindesliebe zu sagen hatte.

Er spricht gleich an mehreren Stellen drüber und gerne mal unter verschiedenen Perspektiven. Der prominenteste Ort ist natürlich die große Summe, das reifste seiner Werke. Da müssen wir uns jetzt mitten hinein begeben. In den zweiten Teil des zweiten Buches nämlich. Ins fünfundzwanzigste Oberkapitel, wo von der caritas gesprochen wird, also von der Liebe Gottes zu uns und unserer zu ihm. Die Kapitel acht und neun von zwölf behandeln die besondere Liebe zu den Feinden. Das zweite der beiden bespricht die innere Haltung, und das erste sollten wir uns ansehen.

Es tut mir leid, wenn ich enttäuschen muss, anders ist es hier nicht zu kriegen. Es geht nur so, wir müssen von Gott sprechen. Thomas sagt nämlich, ohne könne überhaupt nicht im eigentlichsen Sinn von der Feindesliebe gesprochen werden. Thomas ist übrigens kein Friemelfranz. Er duselt nicht gefühlig darum, sondern kommt zur Sache, und das immer in der Erwartung, wer es besser weiß, der soll es besser sagen.

Ohne Gott also keine Liebe zu den Feinden. Deshalb steht das Kapitel zur Feindesliebe ja auch im Kapitel über das Verhältnis mit Gott. Aber warum gleich so religiös? Der Grund ist ganz einfach, wenn man den Thomas einmal kennt.

Zunächst sagt er in seiner Antwort, den Feind zu lieben, insofern er ein Feind ist, sei verkehrt. Das ist leicht zu erklären, eine Mutter, die an ihrem verkommenen Sohn hängt, lieb ihn nicht, weil er Drogen nimmt. Die sollte sie eher hassen, also vernichtet wissen wollen, sie machen ihn ja schließlich kaputt. Sie liebt ihren Sohn, weil er ihr Sohn ist, basta. Feindschaft im Sinn des Thomas ist eben etwas, was den anderen kaputt machen will. Deshalb wäre es verkehrt und sicher eher komisch, auch das meinen lieben zu müssen.

Dann sagt der Meister, die Feinde lieben, weil sie ein Teil der menschlichen Gemeinschaft sind, das gehöre freilich zur heiligen Liebe dazu. Die Feindesliebe sei hier ja als eine Unterart der Liebe zum Nächsten einzustufen. Mag der Feind sich daneben benehmen wie er will, er ist einer von den Nächsten.

Jetzt wird es interessant: Thomas schreibt, die heilige Liebe schließe nicht unbedingt mit ein, dass man dem konkreten Feind etwas konkretes Gutes tun müsse. Das allgemeine Gebot zur Nächstenliebe bleibt allgemein. Es schreibe nicht vor, dass man sich zu jedem konkret hingezogen fühlen müsse, um ihm Gutes zu tun. Das ginge schließlich gar nicht. Es müsse allerdings jeder in seinem Herzen die Bereitwilligkeit mitbringen, derart Gutes zu tun, wenn die Situation es fordere.

Thomas macht sich nichts vor. Was hier gesagt sei, gehöre bereits zur Vollkommenheit der Liebe. Und jetzt kommt der Punkt: Je mehr einer nämlich Gott liebe, desto mehr liebe er in dieser Liebe auch in seinem eigenen Feind. Auch die feindlichen Akte würden ihn von dieser Liebe, die eigentlich eine Liebe zu Gott ist, nicht abbringen lassen. Dann schreibt er, jemand, der seinen Freund liebt, der liebt auch dessen Kinder, mögen sie ihm auch feindlich gesinnt sein. Nicht viele, aber große Worte, würde ich meinen.

 

Anm:
Die Stelle in der Summe:  Sth II-II,25,8.
Bei näherem Interesse: Im Sentenzenkommentar: Sent 3,30. In der Summe interessant wäre auch die Frage, ob man für seine Feinde beten soll: Sth II-II,83,8. In der Abhandlung zu den Tugenden steht zur Frage, in wie weit sie zu den eigentlichen Geboten zu rechnen sei: De virt 2,8.

 

Was unsere Religionen unterscheidet

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Islam und Christentum im Vergleich, Teil 26

Ich komme zu einem Kapitel, bei dem ich die Muslime zum ersten Mal bitte, mir zu widersprechen, wenn ich falsch liege. Genau genommen will ich das immer, aber hier sind wir an einem Punkt angekommen, wo ich zum ersten Mal einen grundsätzlichen Unterschied zwischen unseren Lagern entdecke. Es ist eigentlich ein Unterschied in den Mentalitäten, sozusagen in der grundsätzlichen Atemluft, die beide Religionen jeweils ausmacht.

Ein Vergleich beider Glaubensbekenntnisse macht schon ziemlich deutlich, worauf ich hinaus will. Das christliche Glaubensbekenntnis geht so:

„Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung des Fleisches
und das ewige Leben.“

Die Schahāda, das Bekenntnis des Islam ist von ganz anderer Art und lautet:

„Ich bezeuge:
Es gibt keinen Gott außer Allah,
Er ist Einzig und nichts ist Ihm gleich,
und ich bezeuge,
dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.“

Auf den ersten Blick liegt der Unterschied natürlich in der Länge. Das ist aber nicht das Entscheidende. Das christliche Glaubensbekenntnis muss so lang sein, weil es sozusagen die einzelnen Sätze, die geglaubt werden, gleich vollständig öffnet. Alles, was zu glauben ist, liegt sozusagen offen da.
Das islamische Glaubensbekenntnis beginnt mit einem negativen Satz. Es weißt erst einmal zurück, was nicht in Frage kommt. Niemand, außer der eine Gott hat das Recht, angebetet zu werden. Wenn das gesagt ist, wird die Sache, positiv, an den Propheten weiter gereicht. Wer jetzt noch wissen will, was im einzelnen geglaubt werden soll, der muss sich an den Gesandten wenden.
Wenn ich gebeten würde, das christliche Glaubensbekenntnis ähnlich zu gestalten, dann müsste ich sagen:

„Es gibt keinen Gott, außer den einen,
und die Kirche sagt alles weitere.“

Was im einzelnen zu glauben ist das bleibt, wenn man so möchte, für die Ungläubigen zunächst geschlossen. Man muss sich sozusagen nochmal woanders erkundigen. Wer wissen will, was denn die Muslime glauben, der muss sich erkundigen, was der Gesandte gesagt hat. Das Glaubensbekenntnis selbst offenbart das nicht.
Das gängige Glaubensbekenntnis der Christen ist dagegen wie eine geöffnete Tür ins Innere. Man kann und sollte auf die Dauer zwar des Näheren die Kirche befragen, natürlich, aber was zu glauben ist, steht schon da, in allen, wichtigen Punkten.

Hier liegt ein Keim unseres ersten Unterschiedes. Es ist nach christlichem Empfinden nämlich nicht nur das Glaubensbekenntnis, was offen steht, es ist ebenso die Gottheit selbst, die sich sozusagen geöffnet hat. (Der Vernunft ein wenig, dem Glauben ganz, möchte ich etwas geheimnisvoll hinzufügen) Dass das Glaubensbekenntnis offen steht, ist wie ein Zeichen für die Offenheit Gottes, von der noch zu reden ist.

Ich spreche hier, wie gesagt, von einem grundsätzlichen Empfinden beim Klang des Namens Gott. Gestatte mir, das mit zwei Gedanken noch etwas zu beschreiben. Auf meine Frage, was „Allahu akbar“ genauer heißt, sagte mir einmal ein Gelehrter, es heiße eigentlich nicht, wie oft gemeint, „Gott ist groß“. Das sei zu wenig. Es bedeute, Gott sei am größten und immer der Größere. „Gott ist größer“, wäre richtiger übersetzt. Das erst drücke nämlich seine Erhabenheit aus. Also: Was immer jemand von Gott sagen kann, es muss immer dazu gesagt werden, dass er eine Nummer zu groß für uns ist. Wenn wir ihn fassen wollen, flutscht er uns aus den Fingern. Auch der Prophet kann uns mehr nicht sagen. Auch er steht, wie jede vernunftbeschenkte Kreatur, staunend vor dem ewig größeren Geheimnis. Das ist dem christlichen Empfinden nach anders. Deshalb reden die Christen so offen über Gott und die Muslime hüsteln schon mal und meinen, es gehe etwas zu weit damit.

Es ist nur ein kleiner Unterschied, der am Ende doch alles anders aussehen lässt. Erlaube mir noch einen kurzen Ausflug in die Welt der Sprache. Unser christliches Glaubensbekenntnis steht eigentlich in Latein da, wie das Eure in Arabisch. Das Übersetzen von der einen Sprache in die andere ist immer so eine Sache. Man kann versuchen, so genau zu sein, wie man möchte; Wörter eins zu eins sind oft zu wenig.

Das Wort Glauben zum Beispiel hat mehrere Bedeutungen. Jemand kann sagen, er glaubt an Gott. Damit glaubt er vielleicht nur, dass es einen gibt. Es kann aber sein, dass er nichts weiter von ihm wissen will.
Ein zweites ist, man glaubt jemandem, was er sagt. Dass es ihn gibt, ist vorausgesetzt. In diesem Sinn glaubt zum Beispiel ein Muslim, was der Prophet verkündet hat. Dass es den Propheten überhaupt gab, ist kein Thema mehr, das ist vorausgesetzt. Wenn man so möchte, baut das eine Glauben auf das andere auf. Zuerst glaubt man an den Propheten, und dann glaubt man, was er sagte.
Jetzt gibt es noch ein drittes Glauben, und das wird oft vergessen wird, ist aber für das Zusammenleben sehr wichtig. Indem ich Dir glaube, was Du sagst, komme ich Dir näher. Das setzt aber ein Verhältnis des Vertrauens voraus. Wenn wir Freunde sind, ich meine jetzt wirklich, dann glaube ich Dir alles, was Du mir im Ernst sagst. Das kann auch etwas sein, was ich sonst niemandem abnehmen würde. Genau das macht die Freundschaft aus, und darin sind sich Freunde näher gekommen als irgendwelche Leute sonst. Das bedeutet, der freundschaftliche Glaube bringt uns näher zusammen. Wirkliche Freunde lernen einander kennen, wie nur wirkliche Freunde es können. Das heißt, ich glaube sozusagen in die Kammer Deines Herzens hinein. Da dürfen nur Freunde wohnen.
Man es auch anders herum sagen. Wenn ein Richter einen Schurken vor sich hat, dem eigentlich nicht über den Weg zu trauen ist, und wenn dieser etwas bezeugt, was offensichtlich stimmt, dann glaubt der Richter ihm, er traut ihm aber noch lange nicht. Das heißt, er kauft es ihm ab, aber widerwillig. Das ist kein wirklicher Glaube. Der Halunke kommt dem Richter nicht näher und der Richter will wohl auch eher Abstand wahren. Wirklicher Glaube ist eine Sache zwischen Personen, die mit einander zu tun haben wollen, die Lust haben, einander ihre Welt und ihr Leben zu öffnen.

Jetzt kommt, was für Muslime eher fremd sein dürfte. Gott ist der Erhabene, das bleibt er auch, und ich versuche hier, diese Erhabenheit mit vielen Worten zu erklären, wie Meister Thomas sie mit noch viel mehr Wörtern und viel besser erklären konnte. Es hat aber eine Zeit gegeben, in der Gott der Welt durch seine Propheten seinen Beschluss mitteilen ließ, nämlich dass er vorhat, uns wie Freunde zu behandeln und uns in seine Welt schauen zu lassen. Das ist ein tiefes Geheimnis.

Sent III,23,2, cq2, co: „Ex hoc enim quod intellectus terminatur ad unum, actus fidei est credere Deum, quia objectum fidei est Deus secundum quod in se consideratur, vel aliquid circa ipsum, vel ab ipso. Ex hoc vero quod intellectus determinatur a voluntate, secundum hoc actus fidei est credere in Deum, idest amando in eum tendere.“
– „Insofern der Intellekt vom Erfassen des Einen her bestimmt wird, bedeutet Glauben ‚an Gott glauben‘, denn das Objekt des Glaubens ist Gott, insofern bedacht wird, was er ist, was ihn betrifft oder was von ihm ausgeht. Wenn der Glaube aber vom Willen her gesehen wird, bedeutet der Glaubensakt ein ‚Glauben in Gott‘, das heißt, sich liebend auf ihn hin ausstrecken.“

Thomas beschreibt hier sozusagen den natürlichen Vorgang des Glaubens, wie Menschen ihn einander entgegenbringen. Das Erstaunliche der christlichen Botschaft ist nun, dass Gott beschlossen hat, diesen natürlichen Akt Gott gegenüber nicht ins Leere laufen zu lassen, sondern ihm im gnädigen Akt der Menschwerdung sozusagen entgegen zu kommen.

Islam und Christentum, Teil 20

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Der Irrtum eines Physikers

Kennst Du das? Du schwärmst für einen Menschen, seine Intelligenz oder sein Können in irgendwas, bis ihm der Fehler unterläuft und über eine Sache spricht, in der Du Dich auskennst. Plötzlich merkst Du, hier redet er plötzlich Unsinn. Mit einem Mal ist die komplette Bewunderung dahin.
Mir ging das vor Zeiten mit einem berühmten Physiker so. Ich interessierte mich für Stephen Hawking, den alle Welt sicher zu Recht für seine Intelligenz bewundert. Hawking ist ein Professor für Physik. Er beschäftigt sich mit dem Weltall und allem, was darin beobachtet, berechnet und geschlossen werden kann. Weil ich mich – als blutiger Laie natürlich – auch für solche Sachen interessiere, höre und sehe ich sie mir an, wenn ich mal keine Lust mehr auf mein eigenes Fach habe, als Pause zur Entspannung sozusagen.

Ich hörte also einen der Vorträge von Hawking, und meine Enttäuschung setzte ein, als er vom sogenannten Urknall sprach. Er sagte, die Annahme des Urknalls würde den Glauben an eine Schöpfung durch Gott natürlich nicht widerlegen. Sie grenze ihren Zeitpunkt aber ziemlich ein.
Weißt Du, alle möglichen Leute reden vom „Zeitpunkt der Schöpfung“, wenn sie den Urknall meinen, an dem vermutlich die Welt entstand, wie wir sie kennen. Einem berühmten Professor aber sollte das nicht passieren, fand ich, als ich hinhörte, und beendete damit etwas verwirrt meine Pause. Ich bin nun jemand, der kaum eigenen Ideen hat und sich deshalb hinter den breiten Schultern seines Lehrers Thomas verstecken muss, um etwas von Geist zu Papier zu bringen. Deshalb habe ich kein Recht, anderer Leute Intelligenz in Frage zu stellen. Hawkings gehört ganz sicher weiterhin bewundert. Aber auch ein schlechter Schlosser weiß, dass normale Schrauben nach rechts zu und nach links aufgehen. Auch Albert Einstein hätte Unsinn geredet, wenn er das Gegenteil behauptet hätte. Das darf auch ein Schwancher Schlosser sagen.

Entweder es gibt keinen Zeitpunkt der Schöpfung, oder er dauert so lange, wie es die Zeit gibt. Das ist doch gerade der Trick! Schöpfung heißt allen Dingen zugleich ihr Dasein schenken, und das, solange es die Dinge gibt. Mit Schöpfung meinen wir nicht das Anstoßen einer ersten Bewegung, und alles läuft seit dem quasi von selbst weiter. Der Schöpfer kann kein Meister sein, der sich die ersten Dinge ausgedacht und in Schwung gebracht hat. Dann macht er es sich gemütlich, wie ein Angler, der am Fluss sitzt und seine Angel beobachtet. Schöpfung meint nicht, dass mal etwas geschehen ist, sondern dass etwas geschieht. Das ist jedenfalls in den Büchern des heiligen Thomas so, und ich wäre echt gespannt, wo es jemand besser und anders erklären könnte!

Meister Thomas hat sich zu Lebzeiten in einer Sache mit seinem Freund Bonaventura gestritten. Bonaventura war auch ein Professor, auch ein Heiliger und ein Kollege an der Universität. Es ging um die Frage, ob die Welt einen geschichtlichen Anfang haben müsse oder nicht. In der Bibel steht: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“, und beide glaubten das natürlich: Gott hat die Welt aus Nichts geschaffen und irgendwann hat er damit angefangen. Vorher gab es nichts, absolut nichts, außer ihm sozusagen. Daran glauben alle, die Juden, die Christen und die Muslime. Zur Frage stand nicht der Glaube, sondern, ob man mit der Vernunft zeigen kann, dass es so sein muss. Thomas und Bonaventura haben sich nie einigen können. Bonaventura glaubte, man könne beweisen, dass die Welt einmal angefangen hat, Thomas glaubte das nicht. Thomas sagte, theoretisch könnten die Welt und das All ewig sein und nie angefangen haben, wie Gott nie angefangen hat. Dass die Welt einen zeitlichen Anfang habe, das sage nur der Glaube. Was man glaube, das könne man nicht beweisen, es sei auch nicht von Vorteil, es zu versuchen.

Was ich damit sagen will: Auch wenn die Welt immer schon wäre, wie Gott immer schon ist, dann wäre sie dennoch seine Schöpfung. Auch ohne Anfang und in ewiger Dauer wäre die abhängig davon, dass der Schöpfer ihr das Dasein schenkt. Wie bei dem Film und seinem Projektor. Auch wenn der Film eine Dauerschleife wäre und der Projektor immer weiter liefe. Der Film wäre auch dann nichts anderes als der Film, der aus dem Projektor kommt. Auch ein ewig dauernder Film bräuchte die Maschine, die ihn an die Wand wirft.
Ob wir einmal in den Himmel kommen oder ins Paradies einziehen, auch das gehört zum Film. Auch die ewigen Jagdgründe wird es nur geben, solange Gott ihnen ihr Dasein schenkt. Auch in der Ewigkeit genehmigt der Schöpfer jeden Herzschlag einzeln. Das heißt Schöpfung.

Islam und Christentum, Teil 16

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Was macht Gott denn nun?

Als ich in Österreich studiert habe, da erzählte man sich eine hübsche Geschichte: Ein Student kam zur Prüfung in der klassischen Philosophie. Sein Professor gab ihm die Aufgabe, etwas über das Sein zu sagen. „Was ist das Sein?“, hieß die Frage. „Das Sein, Herr Professor, muss ich das wissen?“, erkundigte sich der besorgte Student. „Nein, mein Herr, natürlich nicht, nicht wenn Sie Weinbauer im Burgenland werden wollen.“

Es stimmt, Weinbauer im schönen Burgenland müssen nicht wissen, was es mit dem Sein auf sich hat. Wer sich aber länger über die Gottheit und seine Schöpfung unterhalten will, der kommt um das Wort nicht herum.

Weißt Du was? Ich gebe Dir wieder eine Behauptung vor, die vermutlich wieder sehr befremdlich daher kommt:

Alle Dinge, die es gibt, haben ihr Sein,
und nur Gott allein, der ist sein Sein persönlich.

Diesen Satz zu erklären bin ich, ehrlich gesagt, angetreten. Nebenbei bemerkt und nochmals gesagt, ich werde verstehen, wenn Du an dieser Stelle oder irgendwann später sagst, es reicht Dir. Man muss von diesen Dingen nicht alles wissen, um Weinbauer im Burgenland, Wirtschaftsingenieur in Bayern oder Krabbenfischer an der Nordsee zu werden. Manche sagen sogar, es reicht, wenn Gott sich auskennt, was nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Ich würde meine Sache hier dennoch gern zum Ende bringen, damit wir es Mahmoud zum besseren Diskutieren an die Hand geben können.

Wir werden uns auf einen Satz einigen können: Gott hat die Welt erschaffen. Darf ich einen kleinen Gedanken anhängen, der nicht unwichtig ist? Gott erschafft die Welt noch immer. Er erschafft sie sogar so lange und in jedem einzelnen Augenblick einzeln, wie sie besteht. Das wird auch für das Paradies oder den Himmel gelten: Gott erschafft die Dinge unentwegt. Damit meine ich nicht nur die neuen an ihrem Anfang, sondern jedes einzelne, solange es da ist. Hier muss vermutlich jeder erst einmal umdenken. Wir sind gewohnt, uns unter Schöpfung und Erschaffung etwas anderes vorzustellen.

Wir sind gewohnt, uns den Lieben Gott wie unseren schon bekannten Uhrmacher vorzustellen. Er erfindet die Uhr, sorgt für die Einzelteile, setzt sie zusammen, bastelt eine Batterie hinein und fertig läuft die Maschine. Der Uhrmacher kassiert sein Geld und wird nicht weiter gebraucht. Das ist mit der Schöpfung ganz anders. Der Schöpfer denkt sich die Welt aus, er macht, dass es sie gibt und muss ihr ganz nahe bleiben, ansonsten fällt sie wieder ins Nichtsein zurück. Das gilt für alle Dinge einzeln und für das komplette Universum.
Stell Dir einen Elektromagneten vor, der ein Auto ein paar Meter über der Straße hält. Solange Strom fließt, schwebt der Wagen in der Luft. Sobald aber einer den Strom unterbricht, fällt das Ding herunter und das Auto ist hinüber. Mit Schöpfung meinen wir etwas ganz ähnliches. Der Schöpfer ruft die Dinge ins Dasein und hält sie darinnen. Die Energie ist schlicht sein Wille, dass es die Dinge gibt, denn Gott braucht nur wollen und es ist sogleich, was er möchte. Sollte Gott aber irgendwann nicht mehr wollen, dass es die Welt gibt, es würde sie mit einem Schlag nicht geben. Solange es die Welt gibt, will Gott, dass sie sei. Das meinen wir, wenn wir sagen, Gott erschafft die Welt. Das, wie gesagt, nicht gemeint, wie ein reiner Anfang, der dann von alleine läuft. Gott will uns immer! Auch im Paradies werden wir ewig nur deshalb sein, weil Gott aktuell und immer möchte, dass es uns gibt. Das gilt genau so für die Blumenwiese, über die wir laufen, wie für jedes Grashalm einzeln. Das gilt für jedes Atom einzeln, das gilt für den Dom in Köln und für die Zugspitze in den Alpen. Alles ist, weil Gott gut findet, dass es ist und alles würde aufhören, wenn er wollte, das etwas ins Nichts versinkt. Der Schöpfer hält also die Dinge in ihrer Existenz. So jedenfalls erklärt uns der Meister Thomas seinen, den christlichen Entwurf von der Welt, und ich würde meinen, bis hierher dürften sich die Gelehrten meines und Deines Glaubens auf das Meiste einigen können, sobald sie beginnen, gemeinsam etwas tiefer drüber nachzudenken.

Wo fängt die Hilfe an?

bildschirmfoto-2015-03-29-um-12-44-14 Du hast sicher schon gehört, dass es für das Schwören in unseren Gerichten eine Formel gibt, die „so wahr mir Gott helfe“ lautet. Wer schwört, der hält seine Hand auf die Bibel. Er verspricht, die Wahrheit zu sagen oder etwas bestimmtes zu tun und ruft Gott zum Zeugen und zur Hilfe an.
Als vor Jahren die Leute einer neuen Regierung ausgerufen wurden, schworen auch sie ihren Eid. Dabei ließen einige von ihnen die Formel einfach weg. Man war überrascht und ich erinnere mich, was Jürgen Trittin auf die Frage, warum er sie weg gelassen hat, damals zur Antwort gab: Es habe ihm noch nie ein Gott geholfen. Er wüsste nicht, warum er jetzt einen anrufen sollte.
Ich fand das alles am Anfang etwas seltsam, wie immer, wenn alte Gewohnheiten durchbrochen werden. Es hätte mir allerdings auch immer schon seltsam hätte vorkommen können, dass zuvor alle Welt genau auf dasjenige Buch ihren Schwur ablegten, in dem steht, man solle überhaupt nicht schwören. Jesus höchstpersönlich riet seinen Jüngern darin, ihr Ja sei ein Ja, ein Nein sei ein Nein. Schwüre auf Gott oder sonst auf etwas seien für ehrliche Leute überflüssig. Aber sei’s drum, der Spruch von Minister Trittin machte nachdenklich.
Sowas gefällt mir, ich habe häufiger drüber nachgedacht, besonders über die Frage, ob er denn Recht habe. Natürlich, ich glaube ihm, wenn er meint, es habe ihm noch nie ein Gott geholfen. Die Frage lautet aber: Hat ihm wirklich noch nie ein Gott geholfen, oder hat er es nur nicht gemerkt? Wenn man dem heiligen Thomas Glauben schenkt, dann war Trittin jedenfalls im Irrtum. In der Summe gibt es ein Kapitel, wo es um die Gnade geht. Darin findet übrigens unsere Definition eine Bestätigung, nach der Gnade ein persönliches Betroffensein von Gottes Anwesenheit ist.

Thomas nennt die Gnade eine Wirkung von Gottes Willen im Leben. die umsonst ist, die man sich also vorher nicht verdient hat. Er sagt allerdings auch, die Gnade, die aus Gott komme, die komme immer aus Liebe und aus Wohlwollen. Dazu gehöre wohl aber auch schon das Dasein selbst und das Leben schlechthin und für sich genommen. Als Kinder unserer Zeit müssen wir wahrscheinlich umdenken. Der Trend unseres Denkens über das Dasein geht Richtung Zufall. Im allgemeinen glauben die Leute, sie seien zufällig auf der Erde gelandet. Als ihre Eltern ein Kind zeugten, hätte es auch ein ganz anderes sein können, sie seien zufällig in ihrem Land geboren und nicht nur sie selbst hätten sich ihre Kultur, ihre Ansichten und ihr Leben nicht ausgesucht. Hinter ihrem gesamten Dasein stehe auch kein bestimmter Wille, sondern nur der Genosse Zufall.
Es war Zufall, dass ausgerechnet die Erde in der Milchstraße entstanden sei, es sei Zufall, dass dort Säugetiere leben könnten und Zufall sei es auch, dass gerade wir Menschen uns entwickelt haben. Beim Zufall bedankt sich keiner und bitten kann man ihn auch nicht.

In der Schule des heiligen Thomas gibt es den Zufall auch, er regiert aber nicht. Das Regieren macht wohl jemand, der ist aber ein lieber König, der alles im Griff und im Auge hat. Deshalb zählt allein schon das reine Existieren, allein die Tatsache, dass wir da sind und an uns herunter sehen können zu den Wirkungen eines Hirten, der seine Schafe einzeln zählt. Gott kennt den Zufall, er überlässt ihm aber nichts.

Im Kapitel mit der Gnade heißt es ganz am Anfang, die Gnade mache erst einmal grundsätzlich etwas, sie stellt etwas an sozusagen. Dann kommt es zur Frage, ob sie das Herz dessen, der sie bekommt, auch verändere. Ob also der, der die Gnade bekomme, nachher nicht mehr ganz der gleiche sei, wie vorher. Hier unterscheidet Thomas: Die Tatsache, dass man da ist, verändert natürlich nichts. Allein, dass Du da bist, macht dich nicht blond oder schwarzhaarig. Dann aber heißt es, dazu aber, dass Du dein glückliches Ziel auch erreichst, dazu müsse der Gütige Dich doch noch präparieren, und auch das höchstpersönlich. Thomas erwähnt dann noch eine seiner Lieblingsstellen aus der Bibel, nach der der Schöpfer alles mit milder Hand leitet und führt.
Wenn die christliche Sehweise auf die Dinge also richtig liegt, dann befand sich Minister Trittin auf dem Holzweg. Allein das Dasein und Leben waren ausgesuchte Gnaden aus der Hand Gottes, um dessen milde Anwesenheit er nur nicht wusste. Auch die Hilfen waren unzählig, nur eben nicht spürbar für jemanden, dem der Sinn dafür abgeht.

Anmerkungen:
I-II, 110,2 co: „Respondeo dicendum quod, sicut iam dictum est, in eo qui dicitur gratiam Dei habere, significatur esse quidam effectus gratuitae Dei voluntatis.“ – „Wie bereits gesagt, in dem, der die Gnade Gottes hat, wird eine Wirkung von Gottes unverdientem Willen bezeichnet.“

„Et sic motus quibus a Deo moventur, fiunt creaturis connaturales et faciles; secundum illud Sap. VIII, et disponit omnia suaviter.“ – Die Bewegung, die von Gott ausgeht, wirkt in Zusammenarbeit mit der Natur und leichtfüßig, gemäß Weisheit 8: „Er ordnet alles auf milde Weise.“

„Multo igitur magis illis quos movet ad consequendum bonum supernaturale aeternum, infundit aliquas formas seu qualitates supernaturales, secundum quas suaviter et prompte ab ipso moveantur ad bonum aeternum consequendum. Et sic donum gratiae qualitas quaedam est.“ – Vielmehr noch bewegt er zur Erreichen des übernatürlichen Gutes. Er gießt gewisse Formen und Qualitäten ein, mit das ewige Gut leicht und milde erreicht werden kann.

Wie frei müssen wir sein dürfen?

Kommentar zur Summe wider die Heiden von Thomas von Aquin.
Scg I,88: “In Gott gibt es Entscheidungsfreiheit.”

Thomas beendet seinen Abschnitt über den Willen Gottes mit der letzten, wichtigen Auskunft: Gott ist absolut frei mit seinem Willen, und zwar so frei, wie nichts und niemand sonst sein kann. Er nennt kurz Beispiele für relative Freiheit in der Schöpfung. Ziemlich wenig frei nennt er die Tiere, insofern sie nach ihren Instinkten handeln, die ihnen in gewisser Weise ja auferlegen, was sie zu tun haben. Der Hund rennt nunmal zur Wurst, wenn er eine sieht. Die Kinder wissen darum und spielen damit. Der Mensch dagegen ist viel freier, weil er seiner Natur mit der Vernunft begegnen kann. Ich bekenne zwar, dass ich manchen Nahrungs- und Genussmitteln gegenüber alles andere als frei bin, weil mein Wunsch und Wille, mich drüber her zu machen, ziemlich ausgeprägt ist. Grundsätzlich aber bin ich frei davon. Der Mensch muss das Bier nicht trinken, er muss die nächste Zigarette nicht rauchen und er muss auch die nächste Tüte Chips nicht aufreißen. Jedenfalls nicht so grundsätzlich wie das Tier zum Napf rennen muss. Der Mensch ist aus vielen Gründen zwar gebunden, aber nicht so, wie seine Zeitgenossen. Gott dagegen ist völlig frei. Thomas definiert die Freiheit hier als können, aber gar nicht müssen, und Gott kann alles Mögliche und muss nichts.
Als ich gestern im Laufe des Tages über das Kapitel nachdachte, überkam mich ein mildes Gefühl des Dankes, leben wir doch in einer Zeit und in einem Land, in dem man die relative Freiheit, die man hat, wohl einigermaßen ausleben kann, ohne dafür ins Gefängnis zu marschieren. Das ist lange nicht überall so, und ich bin ein bisschen in Sorge, dass sich das gerade wieder sanft zu ändern beginnt. Die Nazis und Kommunisten hatten ihren Leuten jeweils ihre kruden Vorstellungen einer glücklichen Welt ins Ohr geblasen. Alle verbreiteten eine hübsche Welt, in der man die Freiheiten gehörig beschneiden musste und in der man sich von jenen Subjekten befreien musste, die irgendwie falsch lagen oder ihre Freiheit meinten ausleben zu müssen. Man glaubte, die Welt erst von Millionen von Menschen befreien zu müssen oder sie umsiedeln, um die neu große Freiheit zu gestalten. Die Leute mussten erzogen werden, hieß es. Ich fand das immer ganz schrecklich, wenn ich davon las oder hörte, und war heil froh, dass das entweder lange her oder weit weg war. Wenn ich zu Hause meine Meinung äußerte, konnte es sehr gut sein, dass ich mich damit am Felsen stieß und auf ganze Bollwerke von Gegenmeinungen knallte, die mit dem lästigen Etikett daher kamen, schließlich von Erwachsenen geäußert worden zu sein. Wir stritten, bis uns die Köpfe rauchten, aber wir stritten über unsere Meinungen, nie gegen die Personen, die sie vertraten. Mein Vater war am Mittagstisch der politische Hauptgegner, nicht aber er persönlich, sondern nur die Meinung, die er vertrat. Bis heute halte ich es für ein Kennzeichen reifer Freiheit, wenn über Meinungen gestritten wird, ohne die Person gering zu schätzen. Wenn heute eine renommierte Person ein unliebsames Buch schreibt, heißt es gar nicht mehr nur, die Meinung des Buches müsse bestritten werden. Es heißt „null Toleranz gegen solche Leute“. Ich mag da etwas überempfindlich sein, aber der Unterschied zwischen das Buch muss weg und der Mensch gehört entsorgt oder zum Schweigen verurteilt scheint mir doch beträchtlich zu sein.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Weise, wie sich eine Gesellschaft definiert, und da beginnt das ganze auf eine Weise weich zu werden, die mich beunruhigt.
Es ist schon klar, dass man auf dem Boden unserer Erfahrungen leicht ins Hüsteln gerät, wenn zu viel von Recht und Ordnung die Rede ist. „Gemeinsame Werte“ klingt da schon viel milder und die werden dann auch mit größerem Mut in die Halle geworfen und beschworen. Die Politiker haben keine Scheu zu beschwören, die Militärs, die wir noch haben, seien dazu da, unsere Werte zu schützen. Ich will das aber gar nicht, weil ich nicht in einem Werte- sondern in einem Rechtsstaat leben will. Ich will nicht für gewisse Werte umerzogen werden und will nicht die Werte von Leuten teilen müssen, die zufällig unser Land regieren. Ich begrüße jeden, der unsere Rechte auf die möglichen Freiheiten beschützt und würde mich gern an der Verteidigung beteiligen. Was aber ist, wenn ich ganz andere Werte liebe, als die Menschen, die den Militärs befehlen aufzumarschieren?
Ich finde die Maximen der Zeugen Jehovas beispielsweise in manchen Fragen wirklich fragwürdig und weiß sehr genau, dass ich zum Teil ganz andere Werte vertrete, als die Muslime und Atheisten, die mich umgeben. Sie sollen ihre Werte aber haben dürfen und werden meine sicher zum Teil auch ziemlich verrückt oder himmelschreiend falsch finden. Ich würde keinem von ihnen zu sagen wollen, sie dürften nicht unserer Gemeinschaft angehören oder nicht in ihr mitwirken, weil sie Werte vertreten, die nicht passen. Viel entspannte finde ich da das Konzept des Rechtes. Wer sich an die  manchmal ungeliebten Regeln hält und bereit ist, die zu verteidigen, der kann ohne Furcht dabei sein. Der Mensch ist viel freier als die Tiere es sind, und ein Teil seiner Freiheit sollte darin bestehen, dass er ziemlich verrückte Werte im Kopf haben darf.

Kapitel 88 in Latein.

Steht der Mensch im Mittelpunkt von allem?

Kommentar zur Summe wider die Heiden von Thomas von Aquin.
Scg I,87: “Für den Willen Gottes kann es keine Ursache geben.”

Ich hatte ja schon erwähnt, dass die Mentalitäten der Menschen an den Orten, an denen man studiert, bisweilen sehr verschieden sind, und dass man das besonders gut an den jeweiligen Meinungen sieht, die zu gewissen Fragen vorherrschen. Im Westfälischen schämte man sich seiner Liebe zur Muttergottes, im östereichischen Wienerwald sollte man da schon frömmer sein, um was zu zählen.
Eine weitere Frage, wie man sich im Trend bewegen konnte, war die nach der Stellung des Menschen im Kosmos. Die klassische Lehre hatte lange Zeiten gelehrt, der Mensch sei die Krone der Schöpfung. Er stünde im Mittelpunkt, wie die Erde, als man noch glaubte, alle Gestirne drehten sich um sie. Schließlich habe Gott dieses Bild bestätigt, da er ja geruht hatte, die Menschheit anzunehmen, anstatt ein Engel oder etwas anderes zu werden.
An der Ruhr herrschte eine andere Folklore. Hier gab man sich in einer neuen Art Bescheidenheit modern. Hubble hatte die unendlichen Weiten des Alls entdeckt und man sah jetzt, dass die Erde als ein eher unbedeutender Planet in einer unbedeutenden Galaxie und eher am Rande des Universums durch das Nichts rollte. Es sei pure, menschliche Vermessenheit, sich in den Mittelpunkt des Alls zu stellen und sich als Krone der Schöpfung auszugeben. Und mit der Befolgung des „macht euch die Erde untertan“ hatte der imperialistische Mensch ohnehin nur Unheil angerichtet.
Heute denkt man wieder anders. Heute bildet sich der Mensch wieder ein, der größte zu sein, der immer besser, vor allem immer menschlicher wird, und der Optimismus ohne Himmel ist zu einer Art heiliger Pflicht geworden.
Was mich anging, bedeutete mein Katholischsein ab einem gewissen Punkt in solchen Fragen vor allem sich nichts aus- und sich nicht alles einreden zu lassen. Als ich dann den heiligen Thomas las, konnte ich ohnehin vernünftige Meinungen antreffen, die sich irgendwie auf keine dieser extremen Standpunkte festlegte.
Für den heiligen Thomas war der Mensch sehr wohl das vollkommenste Geschöpf, über das zu schreiben er wusste. Vollkommenheit bedeutete ja so etwas wie eine möglichst große Fülle an Anlagen, Möglichkeiten zu tun und vor allem Möglichkeiten, frei zu sein.
Insofern steht hier der Mensch sogar über dem erhabenen, heiligen Engel, der zwar ungebunden an alles Materielle ist, dem aber gerade das zur größeren Fülle fehlt.
Hier war der Mensch wohl ein König, aber ein kleiner, der über sich noch den Kaiser hatte. Der Mensch war ein Prinz, aber ein sündiger. Er sollte sich die keine Erde untertan machen, die er besaß und mit der tun konnte, was er wollte. Vielmehr war er eher ein Verwalter, im Auftrag des göttlichen Besitzers. Größe und Niedrigkeit waren gleicherweise möglich in diesem empfindsamsten und verletzlichsten aller Geschöpfe.
In Zeiten großer, plakativer Meinungen, die allesamt ihre primitiven Schieflagen haben, tut es gut, Bücher zu lesen, in denen es differenziert, sachlich und ohne jede Scharfmacherei zugeht. Der größte Schurke und ein strahlender Heiliger, der Mensch kann beides sein, auf jeden Fall war er dem Schöpfer lieb und wert genug, um von ihm persönlich gerettet zu werden.
In den Kapiteln sechsundachtzig und siebenundachtzig hat Thomas zwei Argumente, die zur Stellung des Menschen im Kosmos etwas sagen. Im ersteren hatte er gesagt, Gott wolle den Menschen insgesamt eher um der Vollkommenheit des Universums willen. Man müsse sagen, dass man doch eher das Gut eines ganzen insgesamt, als das Gut der einzelnen Teile im Blick habe. Wer sein Auto liebt, der möchte doch, dass das ganze Gefährt in Ordnung ist, und wer interessiert sich am meisten für die Sitze?
Thomas sieht den Menschen als Teil des Universums und als Teil des gesamten Weltgeschehens, und die Vollendung des ganzen steht in gewisser Weise höher als die des Menschen allein. Das ist schon eine ziemlich starke Aussage.
In Kapitel siebenundachtzig vervollständigt der Meister in gewisser Weise das vorige. Dort hatte es ja geheißen, man könne Gründe für den Willen Gottes angeben, nämlich, das, was er will. Jetzt stellt er klar, dass es noch eine andere Weise gibt, vom Grund für den göttlichen Willen zu sprechen, und einen solchen könne man nicht angeben. Der Grund jeden Wollens sei immer ein Ziel, sagt er. Der eigentliche Ziel des göttlichen Wollens sei aber er selbst, oder besser gesagt, seine Güte, und die ist ein Wille. Eigentlich sei das Wollen seiner Güte die Ursache seines Wollens. Wenn man nun sagt, sein Wollen sei der Grund seines Wollens, dann dreht man sich im Kreis.
Wenn Gott nun die Vollkommenheit des Universums will, dann nur insofern es insgesamt auf ihn hin und seine Fülle ausgerichtet ist. Der eigentliche Grund von Gottes Wollen ist, wenn man so will, die Obergüte, das Größte, das Alles, also er selbst, nicht die Welt für sich und nicht der Mensch für sich. Etwas schlicht ausgedrückt kann man sagen, Gott geht es ums Ganze, das sich in ihm findet. Gott geht es um sich selbst und alles in ihm, und wenn es dem Menschen auch nur oder in erster Linie auch nur um sich geht, dann marschiert er auf einem Holzweg. Klüger wäre es, sich selbst auch im Ganzen zu sehen und sich ins Weltgeschehen hineinzudenken, insofern es auf das große, glückliche Ziel, von allem, am Ende geht.

Hier gehts zum Kapitel 87.