Charlie Parker, leider die letzte

Meine kleine Serie zu Charlie Parker endet mit „Laura“, einem etwas schwermütigen Stück aus dem Stringsalbum, das er mit einem Orchester 1951 aufgezeichnet und selbst als seine reifste Leitung bezeichnet hat. Anschließend noch ein paar Bilder von Bird, der hier natürlich immer einen ganz besonderen Ehrenplatz behalten wird.
Bird lives!

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7. Im Kreis seiner Familie mit seinem Töchterchen Kim.

8. Mit Diz und John Coltrane im Hintergrund.

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Birds Grabstein.

Bird of Paradise

Nicht ganz unpassend zum Geschriebenen heute morgen geht es weiter in meiner Charlie Parker Woche.
Heute mit meiner Lieblingsversion von All the Things You Are, das von Dizzi Gillespie ja diese eigenwillige Einleitung bekommen hat und hier von den Interpreten Bird of Paradise genannt wurde; In Anspielung natürlich auf den obertalentierten ‚Bird‘ Parker, der in den paar Lebensjahren, die er zum Spielen Zeit hatte, die gesamte Jazzwelt auf den Kopf gestellt hat.
Diese Version gefällt mir von allen, die ich bisher kenne, am allerbesten. Sowohl was den Swing angeht, als auch das einfühlsame Zusammenspiel von Charlie Parker und Miles Davis an der Trompete. Die digitale Aufbereitung der vorliegenden Version mit dem nachträglichen Hall schadet hier wohl nicht besonders.
Jazz vom Allerfeinsten! Eins der Stücke, die mir immer viel zu kurz sind…..

All The Things You Are

Meine Sonntagsmorgenmusik hatte schon dieses beliebte Schema verarbeitet. Es stammt aus dem Broadwaymusical Very Warm for May und wurde im Jazz vermutlich so populär, weil es nicht nur schön, sondern auch anspruchsvoll ist. Die eingängige Melodie führt durch die verschiedensten Akkorde, und die Leute aus dem Bebop gaben dem Stück diese neue, etwas eigenwillige Einleitung, die es bis heute hat. Hier mal eine ganz frühe Version, die ich sehr liebe. Mit Dizzy Gillespie und – natürlich – Bird Parker am Sax.

Ach was…

die Katze kann das Mausen ja doch nicht lassen. Wenigstens zwischendurch kleine Sachen, die nicht viel Zeit kosten. Wie meine Pausenmusik zum Beispiel. Ich habe gerade ja wieder meine Charlie Parker Woche. Ein Mann, an dem mein musikalisches Herz mit ganz besonders viel Liebe hängt.

Charlie Parker und Dizzy Gillespie.

Heute mit der berühmten „Yardbird Suite“ von 1947, geschrieben von Parker selbst und dem Trompeter Benny Harris. Der Name ist eine Anspielung auf Parkers Spitznamen „Bird“ und das Stück wird noch heute ihm zu Ehren überall gespielt, wo der Bebop erklingt, den Bird wie kein anderer geprägt hat.

Das Stück hat alles, was ein guter Bebop braucht: Das superschwere und exakte Zusammenspiel von Sax und Trompete in der Melodie, höchst anspruchsvolle und zugleich federleicht daherkommende Soli der einzelnen Bandmitglieder, hübsch verpackt in den melodiösen Rahmen, der die Grundfarbe aller Soli vorgibt. Herrlicher Bob, alle Musiker sind absolute Weltklasse!

PS: Auch alte Musik muss man laut machen 🙂

Just Friends

Charlie ‚Bird‘ Parker in einem seiner populärsten Stücke: Just Friends, aufgenommen 1949 mit einer Gruppe Streichinstrumente aus der Classic, was für die modernen Jazzleute seinerzeit eher ungewöhnlich war.
Bird war schon seit seiner Jugend stark drogenkrank. Er starb bevor er mitte dreißig wurde und galt zu Lebzeiten bereits als das größte Talent am Altsaxophon. Bis heute kann man die Zeit des Jazz in vor- und nach Bird Parker einteilen.
Er selbst bezeichnete seine Aufnahmen mit den Streichern als die herausragensten von ihm. Nicht zuletzt mit ihnen erreichte er schon damals Kultstatus.
Nach ihm wurde der berühmte Jazzclub „Birdland“ benannt, wo es schon mal passieren konnte, dass er gegen Ende seines Lebens wegen seiner drogen- und alkoholbedingten Ausraster rausfliegen konnte.
Mit dem Bebop, den er mit seinen Freunden aus Überdruss am Swing schon früh entwickelt hatte, wurde er zum großen Epochemacher der Musik.