Vorurteile – Die Gabe der Einsicht, Teil 2

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Eine Katechese zur Firmung

Was wir hier mit Einsichten meinen, sind Sachen, über die man in der Regel sagt, sie leuchten einem ein. Es leuchtet einfach ein, dass man das Schwache schützt und Kindern nichts tut. Wenn der Heilige Geist uns mit Einsichten beschenkt, dann gehört da unter Umständen etwas zweites zu, damit die Einsichten überhaupt möglich werden. Um richtige Einsichten geben zu können, müssen zuvor schon mal Vorurteile, die nicht stimmen, aus dem Weg geräumt werden. Deshalb sagen die großen Lehrer unserer Kirche schon mal, zur Gabe der Einsicht gehöre auch eine Art Reinigung des Herzens, die der Geist vornimmt.

Was Vorurteile angeht, hört man schon mal sagen, man dürfe eigentlich keine haben. Ich glaube das nicht, und ich glaube nicht einmal, dass man keine haben kann. Jeder hat Vorurteile und jeder soll die seinen haben dürfen. Der Volksmund sagt schon mal, der erste Eindruck sei oft der richtige. Daran ist sicher viel, aber der erste Eindruck ist immer ein Vorurteil. Man begegnet einem Menschen zum ersten Mal und findet ihn gleich sympathisch. Das ist genau so ein Vorurteil, wie wenn man jemanden auf den ersten Blick lieber nicht über den Weg traut. Man bildet sich die ersten, schnellen Urteile zum eigenen Schutz, eben, um nicht auf den nächstbesten Scharlatan herein zu fallen. Vorurteile können also wichtig sein, entscheidend ist nur, sie nicht wie Sicherheiten zu behandeln.

Wenn wir an unseren Vorurteilen hängen, wie ein Dieb an seiner Beute, dann müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen, unbelehrbar zu sein. Sich vom Leben und klugen  oder lieben Leuten etwas sagen lassen, gehört schon immer zu den hohen Tugenden und besonders guten menschlichen Eigenschaften. Wer bereit ist, sich belehren zu lassen, dessen Vorurteile sitzen sozusagen locker und hat Lust, berichtigt zu werden.
Übrigens, das vermutlich beste Mittel gegen falsche Vorurteile ist die Begegnung mit der Realität. Ein Mensch, der etwas gegen Eskimos hat, der fährt am besten mal nach Grönland, um welche kennenzulernen. Wer Italiener nicht mag, begibt sich am besten mal nach Neapel oder Mailand. Er wird dann schon merken, was für ein liebes Volk ihm da entgegen kommt.
Wenn Du aber den Heiligen Geist auf Deiner Seite hast, dann brauchst Du nicht zu reisen.

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