Was wir glauben, sollte kein Unsinn sein

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Eine Katechese zur Firmung

Lass uns kurz über Gott reden, und zwar, wie es nicht oft geschieht. Die Prediger in unseren Kirchen reden natürlich von Gott, aber sie tun das nur selten oder nie, ohne die Menschen dabei einmal außen vor zu lassen. Es geht fast immer darum, was Gott mit uns zu tun hat, was er uns angeht, wie er uns behandelt oder wir ihn. Es geht darum, dass er uns helfen soll, dass wir ihn loben und wie wir ihn in unserem Alltag bei uns haben. Einfach nur von Gott, ganz ohne den Menschen oder die Welt, redet kaum jemand. Das sollten wir hier aber kurz machen, um das, was noch kommt, besser verstehen zu können. Wir sollten nämlich einen kurzen Gedanken über die Dreieinigkeit Gottes anstellen, schließlich ist der Heilige Geist einer von den dreien.

Dass Gott drei in eins ist, das haben wir von ihm. Es ist ein Wissen, das er uns persönlich mitgeteilt hat, weil er wollte, dass wir das wissen. Ich sehe gerade einen Vogel auf dem Baum vor meinem Fenster. Ich weiß, dass es Vögel gibt, weil die Menschen immer schon Vögel gesehen haben. Es  hat sie immer schon gegeben, und ob es Vögel gibt oder nicht, das brauchen wir nicht diskutieren, jeder weiß es. Aber stell Dir vor, es hätte noch nie ein Mensch je einen Vogel gesehen, alle Menschen würden den Himmel nur ohne fliegende Tiere kennen. Niemand würde denken, es müsste eigentlich so etwas geben, ein Himmel ohne Vögel sei eigentlich gar kein richtiger Himmel. Dass es Vögel gibt, das wissen wir von ihnen, einfach, weil sie vor uns her flattern und Nester in den Bäumen bauen. Hätte niemand je einen Vogel gesehen, es würde sich niemand einen malen.
So ist es mit Gott. Dass es ihn gibt, darauf haben schon die alten Griechen geschlossen, einfach aus ihrem logischen Denken. Aristoteles kannte keine Bibel und keine Juden. Christen und Muslime gab es noch gar nicht. Aber er dachte scharf nach und schrieb, das Ganze der Welt müsste eigentlich so etwas wie eine Gottheit haben, und es könnte nur eine sein. Auf zwei Sachen aber wäre er nie gekommen und kam er auch nicht. Erstens, dass Gott sich mit den Menschen in Verbindung setzt und erst recht nicht, dass Gott dreifaltig ist. Beides wissen wir nur von ihm und nur, seit er uns informiert hat.
Wenn wir von der Dreieinigkeit reden, dann also nicht, wie von etwas, das unbedingt so sein muss. Wir reden von etwas, das wir erfahren haben und versuchen es uns  im Nachhinein zu erklären.

Es haben mich schon oft muslimische Freunde gefragt, wie es denn sein könne, dass Gott einen Sohn hat und trotzdem nur einer ist. Der Sohn eines Menschen ist immer ein Mensch. So muss der Sohn Gottes doch auch ein zweiter Gott sein. Dass Gott zugleich eins und zugleich zwei ist, das wäre Unsinn. Entweder den Weihnachtsmann gibt es, oder es gibt ihn nicht. Beides zugleich behaupten ist ein Widerspruch in sich und Widersprüche in sich sind unsinnig. Wenn wir unseren Gesprächspartnern die Dreifaltigkeit mit Argumenten nahelegen, dann eigentlich nicht, dass sie sie glauben, sondern zunächst einmal nur, dass sie nicht glauben, wir glaubten Unsinn. Ich werde versuchen, mich der Sache auf mehreren Wegen zu nähern.

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