Aufklärung

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Eine Katechese zur Firmung

Wir sollten kurz das Wort Aufklärung einführen, ein Begriff, den man in unserem Zusammenhang nie gebraucht, was ein bisschen schade ist.
Aufklären heißt eigentlich, Menschen über Sachen in Kenntnis setzen, die sie unbedingt wissen müssen. Morde werden aufgeklärt, weil es wichtig ist, dass Mörder hinter Gitter kommen. Kinder werden aufgeklärt, weil auf die Dauer schon wichtig ist, dass Kinder erfahren, wie Kinder entstehen. Das Zeitalter der Aufklärung wird so genannt, weil man damals glaubte, Sachen herausgefunden zu haben, die für die Menschheit von größter Bedeutung sein würden.
In diesem Sinn halten sich die drei großen Religionen auch für große Aktionen der Aufklärung an die Menschen. Alle heben an mit dem Gedanken, dass Gott die Menschheit und die Welt überhaupt über die wichtigsten Tatsachen aufklären wollte. Die Menschen sollten wissen, dass es ihn, und nur den einen gibt. Sie sollten erfahren, dass sie keine Angst vor ihm haben sollten, dass er ihnen helfen wolle und dass die Menschen bei ihm ihre eigentliche Heimat haben.

Was uns hier, ich meine mit der Firmung, angeht, ist die Spitze der göttlichen Aufklärung, dass der Heilige Geist vor allem eine Gabe ist. Wenn uns jemand bitten würde, ihm mit nur einem einzigen, wenn möglich, kurzen Satz die christliche Botschaft zusammen zu fassen, dann täten wir schon ganz gut daran, wenn wir sagen würden, Gott habe sich selbst für uns zur Gabe gemacht. Das ist nämlich die Spitze der göttlichen Aufklärung.
Wenn wir dann gebeten würden, in einem kurzen Satz etwas genauer zu werden, dann könnten wir drei Gaben aufzählen. Die Gabe der Menschwerdung, als er kam, die Gabe der Eucharistie, in der er bleibt und die Gabe des Heiligen Geistes, um die Herzen zu stärken. Diese Gabe hast Du am Tag Deiner Firmung bekommen.
Fragt jemand, ob wir an Gott glauben, dann reicht das kurze Ja also überhaupt nicht. Die Frage, ob Gott existiert oder nicht, ist schon fast keine Frage an unseren Glauben. Wir glauben nicht an „einen“, sondern an „diesen“, und das ist der, der Lust hat, sich uns zu schenken und das auch getan hat. Man stirbt nirgends auf der Welt, weil man an Gott glaubt. Man stirbt, weil man einem bestimmten abzuschwören nicht bereit ist. Es gibt Leute, die raten den Verfolgten Christen, doch einfach ihrem Glauben eine Absage zu erteilen und einen anderen anzunehmen, um am Leben bleiben zu können. Damit verlangt man aber, eine Sache zu leugnen, über die man schlicht aufgeklärt wurde. Man kann von einem Kind, das einmal weiß, wie die Kinder entstehen, nicht verlangen wieder zu glauben, der Klapperstorch würde sie bringen.

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