Doch was aus nichts?

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Briefe an unsren Bufdi

Wenn zwei Chinesen zwei Wassereimer tragen, von denen einer mit fünf und der andere mit zehn Litern gefüllt ist, dann heißt das Wasser in seiner Sprache ganz anders. Liter heißt nicht Liter und auch für Gefäße gibt es ein andere Wörter. In China heißen eben alle Dinge anders. Aber auch dort ist Wasser das Zeug, mit dem sich alle waschen. Die eine Portion Wassers ist auch in China doppelt so schwer wie die andere. Bei aller Verschiedenheit gibt es immer einige Dinge, die gleich sind. Auch in China wird Geiz nicht gern gesehen und Großmut steht auch dort sicher hoch im Kurs. Überall wünschen sich die Eltern, ihre Kinder mögen sicher zur Schule gehen können und überall wird niemand gern bestohlen.

Wenn es auf weit entfernten Planeten, Lichtjahrhunderte entfernt, vernünftige Wesen gibt, die keine Arme und Beine haben und nicht mal essen und trinken müssen, dann gilt bei ihnen sicher aber auch, dass man nicht betrügen darf. Ich weiß nicht, wie Wesen ohne Arme und Beine einander betrügen, aber man wird sagen können, dass es im ganzen Universum verboten ist.

In einer kleinen Diskussion nach unserem letzten Kapitel hier, war ich mit meinem Gegner nicht ganz einig, ob es vor dem Urknall so etwas wie Zeit gegeben gegeben hat. Ich glaube  eher nicht, mindestens dann nicht, wenn es noch keine Sachen gab, die sich verändern konnten. Nach meiner Vorstellung gibt es Zeit nur dort, wo irgendwelche Dinge oder Umstände sich verändern können. Was anders soll Zeit sein, wenn nichts da ist, was jung sein und alt werden kann? Der Urknall hat auch nicht geknallt. Es war ja noch kein Raum da, in dem sich Schallwellen hätten ausbreiten können.

Es gibt nun Leute, die denken, wenn es auf der anderen Seite des ersten Bang das alles nicht gegeben hat und alles nicht galt, dann habe drüben nichts mehr Geltung. Das glaube ich allerdings nicht. Ich nehme nämlich an, die Gesetze der Logik bleiben erhalten, auch wenn keine Naturgesetze mehr gelten, weil keine Natur da ist, die ist, wie unsere. Ganz gleich wie was in fremden Welten aussieht, ein Ganzes ist immer größer als seine Teile. Zu allen Zeiten gilt, wenn mit einer Sache etwas passieren soll, dann muss es irgendwie eine Möglichkeit haben, dass es passieren kann. Was keine Möglichkeit zum Fliegen hat, das wird nicht fliegen. So würde ich auch die Meinung vertreten, dass aus nichts nichts werden kann. Ein wirkliches Nichts hat keine Möglichkeit, weil es nichts hat und genau genommen nicht mal ist. Das Wort Haben ist schon falsch, weil nichts nichts haben kann. Vor allem aber keine Möglichkeit, etwas hervorzubringen. Fettgänse machen nunmal keine eleganten Flugübungen.
Wir haben das Wort Vernunft im Zusammenhang mit den fremden Wesen gebraucht. Wenn wir Vernunft sagen, dann meinen wir Vernunft und damit das selbe, was wir haben, wenigstens eine Möglichkeit Erkenntnisse zu sammeln und eine, sie zu verarbeiten.

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