Den Willen wollen

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Anmerkungen für unseren Bufdi

Ok, legen wir los. Wir hatten gesagt, was unser Gespräch angeht, sei die Frage, ob es eine Gottheit gibt oder nicht, sozusagen positiv geklärt. Das heißt, wir beide gehen, zunächst davon aus, das Universum hat eine Gottheit, dem es sich verdankt, eine Gottheit, aus der direkt oder indirekt alles kommt. Jetzt stellt sich eine zweite Frage: „Ist die Gottheit eine persönliche Sache oder nur eine sachliche.

Nehmen wir an, eine Lampe spendet Licht und erhellt einen Raum. Lampen tun das zwar, sie wollen es aber nicht, weil Lampen nichts wollen können. Keine Lampe will hell sein, keine Lampe will ausgehen. Kein Bus will fahren, er fährt einfach. Auch Busse sind nicht imstande, etwas zu können. Wenn Du so willst: Busse können nichts können, weil Busse zu den Sachen gehören. Man kann sagen, es fehlt ihnen die Voraussetzung so etwas wie einen Willen zu entwickeln. Bei den Tieren ist es schon etwas anders. Sie machen den Anschein, dass sie etwas wollen können. Der Hund wetzt zur Fleischwurst, wenn da irgendwo eine dampft. Er will sie verspeisen, eindeutig. Schafe wollen sich unterstellen, wenn es regnet und Regenwürmer wollen sich in den Boden graben.

Menschen wollen auch. Sie wollen essen und trinken, sie wollen schöne Sachen machen und sofort. Wir sollten uns aber fragen, ob das Wollen der Tiere und das Wollen der Menschen nicht zwei verschiedene Sachen sind. Man kann nämlich sagen, die Menschen wollen nicht nur die Dinge, die sie wollen. Sie wollen auch wollen. Das heißt, sie wollen nicht nur einfach, sondern sie wissen, dass sie wollen und entscheiden sich dafür, weiterhin zu wollen. Das klingt jetzt alles, wie wenn wir über unsere eigenen Füße stolpern. Es ist aber ein ganz alter Gedanke, dem auf den Grund zu kommen, haben sich die alten Philosophen schon die Köpfe heißt gedacht. Fest steht, die Menschen mögen es, einen Willen zu haben und Sachen wollen zu können.

Man spricht von den sogenannten Gegenständen des Willens. Der Gegenstand des Hundewillens ist die Fleischwurst, der Gegenstand des Menschenwillens ist ein gutes Essen. Das Wollenkönnen kann aber auch ein Gegenstand des Willens zu sein. Theoretisch könnte ein Mensch sagen, er habe jetzt keine Lust mehr ewig irgend etwas zu wollen und wünschen, jemand würde ihm den Willen ausschalten. Ob das auch praktisch möglich ist, wäre an anderer Stelle zu fragen. Theoretisch geht das aber, das heißt, man kann es denken.

Ich wollte auf eine Frage hinaus: Wenn aus der Gottheit die Welt kommt, ganz egal wie, dann könnte uns interessieren, ob sie das so gleichgültig wie eine Lampe tut oder ob sie die Welt wirklich will. Ist der Schöpfung eine Willensentscheidung vorausgegangen, eine bewusste oder nicht? Man könnte ja auch annehmen, die Welt kommt aus einem Prinzip, das um sich selbst gar nicht weiß und sein Willen nicht wollen kann. Das wäre die nächste Frage, um die wir uns Gedanken machen können. Wenn nämlich die Gottheit die Welt nicht nur macht, sondern auch will, dann ist das der erste Ansatz für das, was alle Welt die Liebe nennt. Etwas lieben heißt, es selbst, sein Dasein wünschen und zugleich wollen, dass es ihm gut geht.

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