Gründe für die Firmung

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Eine Katechese, Teil 9

Wenn wir jemanden an einem Fluss oder See angeln sehen, dann gehen wir davon aus, dass er gern Fische mit nach Hause bringt. Wir können auch voraussetzen, dass das nicht alles ist. Er wird sicher auch angeln, weil er einfach gern angelt. Vielleicht möchte er sich vom Stress seiner Arbeitswelt ausruhen, vielleicht auch nur allein sein. Er angelt, aber was er tut, hat mehrere Gründe und Motive.

Wer essen geht, der will sicher satt werden. Er wünscht sich wohl aber auch den Genuss guter Speisen und Getränke und liebt sicher das Zusammensein mit den Leuten, die er dabei hat. Das sind gleich drei Gründe und wer nachdenkt, kann sicher noch weitere finden.

Es gibt auch Gründe, die uns eher abhalten möchten zu tun, was wir tun. Wer nicht gern einkaufen geht, wird es doch irgendwann machen, weil er es liebt, sich zu Hause etwas schönes zu kochen. Wenn die Liebe zum Kochen größer ist, als die Abneigung gegen das Einkaufen, dann hat der Gang in den Supermarkt gewonnen. Wenn seine Abneigung so groß ist, dass er einen knurrenden Magen daheim dem Gang ins Geschäft vorzieht, dann hat das Einkaufen verloren.

Wenn Du mich fragst, ob ich gern zur Beichte gehe, dann werde ich sicher mit einem glockenhellen Ja antworten. Wer die Beichte gewohnt ist, der geht gern. Aber alle die beichten, werden sich einig sein, dass sie auch eine etwas weniger angenehme Seite hat. Wer geht schon gern zu einem Priester und gibt seine Sünden zu? Das mache auc ich nicht gern. Das Wissen und das Gefühl aber, gebeichtet zu haben, ist aber jedesmal so herrlich, dass mich das locker motiviert, den Gang auf mich zu nehmen, der immer etwas hat, was mich abhalten will.

Wir sprechen über die Firmung. Auch sie hat ihre Gründe. Der erste und wichtigste wird die Gabe des Heiligen Geistes sein. Darüber werden wir noch zu sprechen haben. Dann ist da aber auch die Seite mit der Besiegelung, die wir schon angesprochen haben. Die Besiegelung geht nie mehr weg, und dahinter steckt die Treue Gottes, der nie zaudert und niemals zurück nimmt, was er einmal gesagt und getan hat. Von dieser festen Treue im Herzen berührt zu werden, ist etwas ganz großes. Dann hat man Euch sicher gesagt, dass mit der Firmung die katholische Kindheit abgeschlossen wird. Wer gefirmt ist, der ist in der Kirche erwachsen geworden. Auch das dürfte ein schöner Gedanke sein. Eine Kindheit ist erst eine richtige Kindheit, wenn sie ins Erwachsensein mündet. Ein Sonnenuntergang ist erst ein dann ein schöner, wenn er auf einen friedlichen Tag folgt und in einen neuen Morgen hinein endet. Das Erwachsensein ist dieser neue Tag des christlichen Daseins, wenn man so möchte. Es gibt also gute Gründe, sich zur Firmung anzumelden. Dennoch, auch das alles hat eine Seite, die man sich zwischendurch vielleicht gern erspart hätte. Man muss sich anmelden, steht vor der Entscheidung einer Verpflichtung, die fürs Leben gilt, und es gibt immer Leute, die davor scheuen, ihr Leben an etwas zu binden. Wenn man angemeldet ist, muss man dem Unterricht folgen und tun, was die schon Erwachsenen einem vorgeben. All das hat eine solche Seite, wie sie auch die Beichte hat.

Vor einiger Zeit hat mir ein Mädchen an unserer Schule stolz verkündet, dass sie zur Firmung war und Fotos präsentiert. Sie hatte ihre Freundin mit, die zugleich bekannte, sich nicht angemeldet zu haben. Sie hätte im Laufe ihrer Ausbildung für ein Wochenende zu einer Schulung gemusst. Dazu hätte sie keine Lust gehabt. Ich muss zuerst wohl etwas verwundert drein geschaut haben. Dann aber klärten sich die Gedanken: Die Freundin wusste wohl nicht um den Wert und die Würde dessen, was sie hätte bekommen können und was ihr angeboten ist.

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