Alle wissen, was Leben heißt

Bildschirmfoto 2016-02-25 um 14.14.02

Islam und Christentum, 46

Die Menschen sind manchmal schwer zu ertragen. Zu diesen zählen solche, in denen ein deutlicher Drang zu herrschen scheint, die Welt um sie auf den besten Stand zu bringen. Um ihnen einen Namen zu geben, nenne ich sie Richtigmacher. Richtigmacher machen alles richtig, zumindest sind sie nicht von ihrer Überzeugung abzubringen, dass das stimmt. Ich nenne jetzt keinen Namen, weil man das nicht macht. Aber gestern war ich wieder mit einer Richtigmacherin in meinem Auto unterwegs, oder besser gesagt, ich war mit ihr für die Zeit einer Fahrt in meinem Auto eingesperrt. Sie wusste natürlich nicht, dass sie in den Schränken meines Kopfes in der Schublade der Richtigmacher abgelegt worden war. Aber kaum waren wir losgefahren, machte sie ihrem Namen alle Ehre. Ich sagte einen beiläufigen Satz, in dem mein Auto vorkam, und ich machte meinen Fehler: Ich sagte in der Gewohnheit meiner Heimat ich müsste dieses und jenes „wegen meinem Auto“ machen. Die Korrektur kam sofort! Es wurde in der Gegenwart dieser Person ein Fehler gemacht, und wenn alles richtig sein soll, dann gehört der ausgemerzt. Verbesserung der Welt durch Vernichten ihrer Fehler. „Sei mir bitte nicht böse, aber es heißt ‚wegen meines Autos‘, nicht ‚wegen meinem Auto‘“ Ich war ihr aber böse, „und wenn mir nicht heute noch einer eine Millionen schenkt, dann werde ich dir bis ans Ende unseres Lebens böse sein.“

Das war gestern, und ich bin überhaupt nicht mehr zornig, obwohl es kein Geld gab. Aber was heißt überhaupt „richtig“? Nach der Auffassung meiner Begleiterin von gestern heißt richtig sprechen, so reden, wie der Duden das sagt. Richtig wird gesprochen, wenn alle nach dem Duden reden. Dieser Meinung muss man gar nicht sein. Für den Meister des Denkens hieß richtig sprechen, durchaus sprechen, wie die Menschen es tun, und vor alle, so, dass die Menschen ihn verstehen.

Es stimme wohl, was der Philosoph vom Leben sagt, dass es nämlich das Sein der lebendigen Wesen bedeute. Dann sagt er seinen schönen Satz: Bisweilen aber versteht man unter Leben im weniger eigentlichen Sinn seine Tätigkeit. Ganz im Sinn meines guten Freundes, der sagt, Leben heißt den Grill anwerfen und den Lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

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