Absolut und vollendet

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Islam und Christentum im Vergleich, Teil 27

Du erinnerst Dich, dass wir Christiano Ronaldo einen „vollkommenen Fußballer“ genannt haben? Man kann da natürlich verschiedener Meinung sein. Wie alle prominenten Leute, hat auch er Freunde und Feinde. Die auf seiner Seite stehen, mache ihn größer als er ist, die anderen wollen klein reden. Die einen erklären ihn als vollkommen gut, die anderen halten ihn für vollkommen blöd. So läuft das, und es muss uns nicht sonderlich aufhalten.
Wir sollten uns für das Wort „vollkommen“ interessieren. Sagt uns jemand, er sei vollkommen müde, dann heißt das, er sei so müde, wie er müde sein kann. Sagt er uns, eine Sache habe ihn vollkommen nervös gemacht, dann meint er so nervös, wie er nervös sein kann.

Wenn Mäuse, die ohnehin schon immer unruhig umher rennen, nervös werden, dann sehen sie anders aus als etwa ein vollkommen nervöses Faultier. Die sehen immer langsam aus, da können sie nervös sein, wie sie wollen. Faultiere können aber nervös werden, nur eben relativ. Faultiere werden so unruhig, wie Faultiere unruhig werden können. Sie werden immer einen wesentlich entspannteren Eindruck machen als Mäuse, aber sie können vollkommen nervös werden, was sie angeht.

Die Vollkommenheit ist also durchaus eine relative Angelegenheit. Sportler im Spitzenbereich holen alles aus sich heraus, Wettkämpfer in den unteren Ligen tun das auch. Man kann also sagen, jeder erreicht auf eigene Weise seine Vollkommenheit, und das Wort meint auf jeden Fall, dass nichts mehr geht, als was erreicht wurde.

In der Welt, in der wir leben, sind die Dinge relativ. Das bedeutet, wir haben Vergleichsmöglichkeiten. In einer relativen Welt sind die Dinge relativ vollkommen, aber vollkommen können sie sein, wenigstens theoretisch.

Da wäre aber noch eine zweite Weise der Vollkommenheit, die sich allen Vergleichen entzieht, zum Beispiel, wenn es nur an und aus gibt. Der Knopf an Deinem Handy, mit dem das Ding an- und ausgeschaltet wird, stößt uns auf eine solche Vollkommenheit. Es mag ein kleines Handy sein oder ein großes, es ist entweder aus oder an. Halb an gibt es nicht. Man könnte meinen, solange es startet und die Programme hochfährt, ist es noch nicht ganz an. Seine kleinen Lämpchen leuchten aber schon und mehr können sie nicht. Es gibt also ein absolutes an und ein absolutes aus, weil dazwischen kein Blatt passt. Dennoch ist auch hier ein Vergleichen möglich. Ein Handy mit vielen Funktionen hat mehr zu bieten als ein schlichtes, mit dem man nur telefonieren kann.

Ein zeugungsfähiger Mann kann vielen Kindern ein Leben schenken. Mächtige Leute haben das früher schon mal nach Kräften getan. Dennoch ist auch deren Zahl begrenzt, weil er nur eine bestimmte Zeit haben, die ihnen zur Verfügung steht. Gott, so sagt der heilige Thomas, ist nun aber von der Art, dass er allen Geschöpfen, die überhaupt existieren, ihr Dasein gibt. Das Sein für sich genommen, ist schon immer eine Vollkommenheit. Der Schöpfer aber, der allem Sein zugleich das ihre schenkt, muss im höchsten Maß und absolut vollkommen sein.

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