Islam und Christentum, Teil 3

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Ich habe die Bibel zitiert und würde gern etwas Grundsätzliches dazu sagen. Die drei Religionen, Judentum, Christentum und Islam werden schon mal mit dem Allgemeinbegriff „Buchreligionen“ zusammen gefasst. Das ist im Fall des Christentums nicht ganz richtig, oder besser gesagt, es führt etwas in die Irre. Es stimmt wohl, das Christentum hat seine Bibel, besonders die Schriften des Neuen Testamentes, in dem alles steht, was wir zur Geschichte Jesu mit der Welt wissen müssen. Das Christentum ist allerdings nicht in gleicher Weise eine Buchreligion, wie der Islam.

Für den Islam ist der Koran das letzte Wort Gottes, das auf der Erde gesprochen werden musste, damit jeder den Weg zu Gott eindeutig finden und gehen kann. Nach dem christlichem Entwurf hat Gott wohl auch sein letztes Wort auf Erden gesprochen, das die Menschen noch kennen lernen sollten. Nur ist dieses Wort kein Buch, wie der Koran, sondern eine Person.

Ich würde meinen, man kann vom Islam wirklich sagen, er sei eine Buchreligion, weil Mohammed das letzte Wort Gottes in ein Buch diktiert hat. Bei uns ist das anders. Bei uns hat Gott sein letztes Wort nicht in ein Buch diktieren lassen, sondern der Welt in der Person Jesu Christi gezeigt. In der Bibel steht zwar all das, was Jesus gesagt, getan und vollbracht hat.

Wenn man aufgeklärte Muslime fragt, woran sie glauben, dann werden sie sicher „an den Weg, den Gott ihnen durch den Gesandten Mohammed im Buch des Koran gezeigt hat“ glauben. Fragt man aufgeklärte Christen, werden sie anders antworten. Sie glauben nämlich nicht an das, was in der Bibel steht, sondern an das, was Jesus gesagt hat, was er getan hat und immer noch tut. Das ist etwas ganz anderes.

Kurz gesagt, DAS Wort Gottes“ ist im Islam in der Tat der Koran. Bei den Christen ist es Jesus, den sie auch den Christus, den Gesalbten, nennen. Deshalb hat die Bibel bei uns diesen ganz anderen Stellenwert als der Koran bei Euch.

Die Muslime küssen den Koran voller Ehrfurcht, weil sie dadurch mit ihren Lippen das Wort Gottes berühren. Die Christen küssen mit der gleichen Ehrfurcht nicht die Bibel, sondern Christus, etwa, wenn sie zum Karfreitag das Kreuz umarmen, wenn sie auf den Ring eines Bischofs einen Kuss andeuten oder wenn sie in der heiligen Messe zur Kommunion gehen. Da allerdings ist es eher umgekehrt. Da küsst Jesus sie, aber darüber können wir später etwas ausführlicher reden, wenn Du möchtest.

Ich möchte das kurz gesagt haben, weil die Muslime manchmal etwas erstaunt drein schauen, wenn sie sehen, wie die Christen mit ihrer Bibel umgehen. Die Muslime behandeln den Koran mit der höchsten Ehrfurcht, weil es ihr heiliges Buch, das Wort Gottes ist. Die Christen lassen die gleiche Ehrfurcht walten, allerdings nicht mit dem Buch der Bibel, sondern mit ihrem Herrn Jesus. Das Buch der Bibel ist eigentlich nicht der Gegenstand der Verehrung. In ihm steht „nur“ alles über ihn.

Der Beginn des biblischen Evangeliums nach Johannes bringt es auf den Punkt. Wir haben ihn schon zitiert:

„Im Anfang war das Wort,
und das Wort war bei Gott,
und das Wort war Gott.“

Etwas weiter unten heißt es dann:

„Und das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt.“

Das ist der eigentliche Aufreger, über den wir reden müssen. Das Wort Gottes ist, christlich gesprochen, also kein Buch geworden, sondern ein Mensch. In unserem Buch steht, wie gesagt, „nur“, wer dieser Mensch war und was er zuwege gebracht hat, nämlich nicht mehr und nicht weniger, als das, was wir die Erlösung nennen. Darauf sollten wir kommen.

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