Besondere Priester

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Über Engel, Dämonen und alles Mögliche und Unmögliche

Ein kleiner Einschub, der Vollständigkeit halber. Jesus Christus ist der neue Priester für die Welt. Er ist der erste und einzige seines Priestertums. Wenn man so möchte, ist er der einzig mögliche, und um das ein bisschen näher zu verstehen, empfehle ich einen Blick in den Brief an die Hebräer. Da ist alles eigentlich ziemlich deutlich beschrieben.
Dem Glauben meiner Kirche nach hat Christus am Abend vor seinem Tod seine Jünger zu ganz besonderen Priestern gemacht, als er ihnen den Auftrag gab, den Ritus zu wiederholen, den er ihnen vorzelebriert hatte. Den Priestern dieser Art wurde vom Meister persönlich das Verwandeln und Verwalten von Brot und Wein in die Hände gegeben. Diese Aufgabe haben die Priester bis heute, und es bleibt ihre vornehmste Aufgabe aller Priester im Amt bis heute.

Du wirst Dich nicht wundern, wenn ich sage, dass um dieses Priesteramt schon immer viel Wirbel gemacht wurde und immer gemacht werden wird. Um das Vornehmste wird sich manchmal am wenigsten vornehm gestritten.
Die evangelischen Christen haben die Weitergabe des geweihten Priestertums aufgehört und betonen eine Tatsache, die wir der Vollständigkeit halber kurz anreißen müssen. Dem biblischen Glauben nach ist jeder getaufte Christ nämlich ein kleiner Priester. Schließlich heißt es, Christus sei das Haupt und alle, die zu ihm gehören, sind seine Glieder auf Erden. Wer getauft ist, bekommt besonderen Anteil an ihm, und da er der Priester aller Priester ist, wird jeder getaufte Mensch sozusagen ein Prinz am Hofe Gottes und ein Teilhaber des priesterlichen Daseins Jesu. So jedenfalls unser Glaube.

In jedem Januar machen sich die Sternsinger auf den Weg, um die Häuser aller Menschen, die es wünschen zu segnen. In der allgemeinen Neigung zur Oberflächlichkeit sehen wir meistens nur, wie sie Süßigkeiten für sich und Geld für arme Menschen sammeln. Das eigentliche aber gerät da schon mal aus dem Blick. Die Kinder werden mit einem priesterlichen Auftrag ausgesandt. Sie sollen die Geburt des Erlösers Christus in Bethlehem verkünden und die Häuser der Menschen segnen. Wenn Kinder ein Haus segnen, dann ist es gesegnet und der Segen Gottes ist kein Nebenbei. Gottes Segen ist wirksam und wohltuend. Es gibt also ein sogenanntes allgemeines Priestertum aller Gläubigen, die mit Christus verbunden sind. Das sollte kurz gesagt sein.

Es gibt da aber noch einen Gedanken, aus dem ich die alten Kirchen sehr gut verstehen kann, wenn sie auf das besondere Priestertum der Weihe nicht verzichten können: Es ist der Gedanke des Schutzes. Das Sakrament der Eucharistie ist der bleibende Mittelpunkt unseres gesamten Glaubens, sowohl in der Lehre, als auch im Tun der Kirche überhaupt. Um dieses Sakrament hat der Ritus der Kirche sechs weitere Sakramente gestellt, die dem Leben der Menschen dienen. Diese Sakramente sind sehr verletzlich. Sie können missbraucht, falsch verstanden und in den Händen Unwissender zerbröselt werden. Daher brauchen sie den friedlichen Schutz von Riten, die genau eingehalten und nur von bestimmten Leuten gefeiert werden können und dürfen. Das erledigen die Priester, die in ihrem Amt ganz dafür zu leben haben.

Wir glauben, dass Christus das so wollte und will, solange es Menschen gibt. Die verwandelten Gaben vom Altar sollen zu den Kranken getragen werden, die Sakramente sollen in besonderen, rituellen Feiern auf die Welt kommen. Die Kirche hat schon jede Menge Unsinn gemacht und hat es dauernd nötig, ihre Gewänder zu waschen. Was sie aber immer zustande gebracht hat, ist der Schutz ihrer Sakramente und ihrer Lehre, was den Kern angeht. Das besondere Priestertum der geweihten Teilhaber ist wie ein Kranz, der sich um das schlagende Herz der Kirche legt, das die Eucharistie ist.

Christus hat aber nicht nur das getan. Er hat Wunder gewirkt und dem Bösen und Negativen in seiner Nähe so lange den Garaus gemacht, bis er sich ihm ein einziges Mal freiwillig ganz hingegeben hat. Am Kreuz durfte sich die Bosheit einmal ganz an ihm austoben. Der Priester wurde zugleich das Lamm und sogar der Altar, auf dem es dargebracht wurde. Das war aber eine Sache, die er selbst, ganz allein und in seiner starken Hingebung erledigen wollte. Zuvor hörte man ihn von „meinen Kleinen“ sprechen, dem man besser kein Leid zufügen sollte. Er hat den Kranken Gutes getan und ihnen Gesundheit geschenkt, er hat Dämonen ausgetrieben und den Bösen den Kampf angesagt, genau jenen Kampf, den nur er gewinnen kann. Auch das ist eine Art Schutz, in dessen Namen die Priester in besonderer Weise unterwegs sein sollen.

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