Gott kann nicht kämpfen

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Über Engel, Dämonen und alles Mögliche und Unmögliche

Die Stimmung von Gesprächspartnern hängt oft an ihrer Lage. Ich war noch nie in der Lage, aber ich könnte mir denken, jemand, der viel Geld hat, viel gelassener drüber sprechen kann als ein Bettelmann. Wer die Krätze am Leib hat, spricht anders über sie als ein Gesunder, und unterm Dach lässt sich viel gelassener über den Regen diskutieren als in einem Unwetter auf verlassener Straße.
Ich leite das alles hier ein, weil ich zum Schluss unseres Projektes noch über diese Sache reden muss, um die ich, wie Du weißt, immer viel lieber herum segle, nämlich über die Macht, die der üble Geselle über uns Menschen hat.
Meine Antwort lautet: Gar keine. Weder der Dreigeschwänzte höchstpersönlich, noch seine Gesellen und Freunde haben irgendeine Macht über uns. Wir können mit der gleichen Gelassenheit über ihn sprechen, wie der Gesunde über Krankheit, wie der Reiche über Geld und wie der, der sich und seine Schäfchen im Trockenen hat.
Dass das so ist, das liegt an zwei Sachen, über die ich wiederum sehr gern spreche, am Priestertum Jesu nämlich und am Geschenk des freien Willens.

Fangen wir mit dem Priestertum an. Priester hat es schon immer gegeben. Die Römer hatten welche, die Griechen, die Germanen offenbar auch und ich vermute, die Steinzeitmenschen haben ihren Verstorbenen die Grabbeigaben auch von einer Art Priester ins Grab legen lassen.
Priester sind Leute, die als Vermittlungsinstanz zwischen der Welt der Menschen und der Sphäre Gottes auftreten, und als Gott seine Geschichte mit den Menschen einleitete, hat er diese Grundidee sozusgen aufgenommen und persönlich zur Vollendung geführt. Die Juden haben auf ihrem Weg, zum Volk Gottes zu werden schon sehr früh begonnen. die Idee des Priestertums zu entwickeln. Priester waren es, die die Gaben im Tempel darbrachten, die Priester waren es, die die Versöhnung mit Gott begleiteten und in sichtbaren Riten darstellen, und Priester waren es, die den Dienst im Tempel organisierten.
Der Schöpfer hat, wie gesagt, die Idee mit der priesterlichen Vermittlung aufgenommen, das allerdings nur, um sie sozusagen den Menschen aus der Hand zu nehmen, um sie selbst zu übernehmen. Die vielen Priester gab es im Judentum eigentlich nur, um sie durch einen einzigen zu ersetzen. Die vielen Riten und Bräuche gab es eigentlich nur, um einen einzigen Ritus einzusetzen, der alle anderen austauschen konnte. Die vielen Lämmer wurden geschlachtet, um auf den Tod eines einzigen Lammes vorzubereiten, das Lamm Gottes, das alle Probleme mit einem Mal aus dem Weg räumt.

Es ist nun so zu erklären, dass sich das Priestertum Jesu nicht aus dem Priestertum des Tempels entwickelt hat. Das Priestertum Jesu ist mit seinem Erscheinen auf der Welt ganz neu eingesetzt worden, und zwar von Gott höchstpersönlich. Der Schöpfer hat sich das neue Priestertum ausgedacht und mit seiner Menschwerdung eingesetzt, und der große Unterschied dabei ist nun, das neue Priestertum arbeitet aus der unendlichen Kraft, die der Schöpfer hat. Das ermöglicht die Sicherheit, von der ich andeutungsweise sprach.
Wir erinnern uns, Gott kann sich nicht anstrengen. Er kann nichts erkämpfen, weil alles, was er will, immer schon ist und alles was er macht, ohne die leiseste Mühe passiert.
Die sicherste Weise also, sich den Bösen mit seiner Bosheit vom Leib zu halten ist die Verbindung und der Schutz mit dem Priestertum Jesu, und mit dem ist es nun so: Jeder Mensch, der per Weihe Priester wird, bekommt lebendigen Anteil an Jesu Priestertum. Das Priestertum der Geweihten ist nicht das ihre und die Kraft, mit der sie ihr Priestertum ausüben haben sie nicht aus sich. Es ist immer direkt das Tun des Hohenpriesters Jesus, in der sie arbeiten. Es gibt also im Grunde nur einen Priester, der Jesus heißt. Er tauf die Kinder höchstpersönlich, nicht der Pfarrer am Ort. Der vollzieht wohl die Riten und erklärt sie, aber wenn ein Kind getauft wird, dann bekommt es das neue Leben als Gotteskind direkt aus der Hand des Schöpfers. Wir können also sagen, in der Taufe und in allen Sakramenten geschieht Schöpfung, und das aus der federleichten Hand des Meisters.

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