Schwierigkeiten mit dem Leben

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Über Engel, Dämonen und alles Mögliche und Unmögliche.

Probleme und Schwierigkeiten sind nicht dasselbe. Probleme sind zum Lösen da, Schwierigkeiten bleiben. Wenn ein Handwerker nicht weiß, wie viele Steine er für seine Mauer bestellen muss, dann sollte er rechnen, das Problem ist lösbar. Fehlt im aber das nötige Hirn zum Kalkulieren, dann hat er eine eine Schwierigkeit, die er nicht ändern kann. Schwierigkeiten machen das Leben schwierig, Probleme werden an die Seite geräumt. So kann man es zum genaueren Sprechen jedenfalls definieren.
Mit den Fragen der Menschheit ist es ähnlich. Es gibt welche, die irgendwann gelöst sein werden und es gibt solche, die immer offen bleiben werden. Es ist natürlich schwierig zu unterscheiden, welche Frage zu welcher Sorte gehört. Manche Aufgaben, deren Lösung heute jedes Kind kennt, wurde früher für schier unlösbar gehalten, und es gibt großspurige Versprechungen seitens der Wissenschaft, die sie nie einlösen wird. Wenn Wissenschaftler anfangen, Versprechungen zu machen, sollte man ihnen nicht mehr über den Weg trauen. Es reicht, wenn die Wissenschaft ihre Arbeit erledigt. Prognosen und Versprechungen gehören nicht dazu und sind Bauernfängerei.

Viele Fragen nach dem Innenleben der einzelnen Lebewesen habe ich immer unlösbar gehalten. Das Leben birgt strikte Geheimnisse. Als ich anfing, mir über das Thema Gedanken zu machen, habe ich immer an einen Bus gedacht, der von Handwerkern zusammen gebaut wird. Busse haben kein Innenleben. Sie fahren nicht los, wenn kein Fahrer einsteigt und sie startet. Ein Innenleben haben bedeutet aber, sich aus dem ganz eigenen Inneren heraus bewegen und entwickeln. Ich habe immer geglaubt, es sei doch nicht möglich, so etwas wie das Innenleben eines Busses dadurch zustande zu bringen, dass man von außen her neue Teile anschraubt. Man wird doch nicht sagen können, hier ein Spiegel, da einen Sitz, hier eine Feder, dort ein Polster und plötzlich zuckt der Bus von sich aus zusammen, wenn man ihm in die Seite tritt. Ich habe immer geglaubt, und glaube noch heute, das Innenleben der Lebewesen ist eine Sache von ganz eigener Art. Schwierig wird die Frage, wie das Innenleben in die Lebewesen kommt.

Nebenbei bemerkt möchte ich mich als religiöser Mensch hier nicht auf Gott berufen, sobald die Probleme sich als Schwierigkeiten heraus stellt. „Das erledigt Gott“ ist keine gute Antwort, wenn die Argumente ausgehen und das Vorstellungsvermögen an seine Grenzen kommt. Die Arbeitsweise unserer christlichen Brüder in Amerika ist nicht seriös, wenn sie mit Hilfe der Wissenschaft den Lieben Gott verteidigen wollen. Gott macht entweder alles oder gar nichts in unserer Sache. Aber davon sollten wir an anderer Stelle reden.

Die Frage, wie das Leben in die Welt kommt, ist vielleicht schon von vorn herein falsch gestellt. Als die Menschen den elektrischen Strom entdeckten, mussten sie sich auch nicht fragen, wie er in die Welt gekommen ist. Er war eher schon immer da, wie die Bühne schon immer im Theater steht und eine Münze immer schon zwei Seiten hat. Das Leben muss nicht in die Welt gekommen sein, weil es vielleicht schon immer zu ihr gehört hat. Der Philosoph Aristoteles hielt das Leben für das Sein der Lebewesen. Über diesen Satz lohnt sich nachzudenken, und der heilige Thomas zitiert in gern. Die Lebewesen sind keine Dinger, die vorher da sind und drauf warten, dass Leben in sie kommt. Lebewesen leben eben und wenn sie nicht leben, dann sind sie keine Lebewesen. Ein Stück Ton ist auch kein Aschenbecher, wenn er nicht seine Form hat. Die Form kommt nicht zu etwas, was schon ein Aschenbecher wäre, sondern sie macht ihn erst. Ein toter Hund ist kein Hund mehr, weil zum Hund gehört, dass er lebt.

Gehen wir einen Schritt weiter. In Sachen Leben gibt es Ränge. Das Leben der Pflanzen ist wirkliches Leben, die Pflanzen vermögen aber weniger als die Tiere, die viel mehr können. Auch das Leben der Tiere ist Leben im Vollsinn, dennoch steht es im Rang unter dem der Menschen, die mit der Fähigkeit, ein bewusstes Verhältnis zu sich selbst zu haben, einen großen Schritt drüber stehen. Wirklich frei ist erst der Engel, der zu alle dem nicht nur mit seinem Denken ohne Bindung an die Welt ist. Aber wie gesagt, alle Lebewesen leben.

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