Nicht ewig und nicht zeitlich

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Über den Schöpfer und alles, was er nicht ist.
Briefe an eine Studentin, Teil 5

Können wir uns auf zwei Sätze einigen? Erstens: Wenn es eine Gottheit gibt, dann ist sie ewig. Zweitens: Ewig sein heißt keinen Anfang und kein Ende haben. Die Meister meiner Schule sahen das auch so und bekamen es gleich mit einem Problem zu tun: Wie geht das dann mit dem Leben im Himmel oder mit dem Dasein der Engel? Wir nennen das Leben im Himmel ja ewiges Leben und nehmen an, es hat kein Ende nach hinten. Wirklich ewig kann es nicht sein, denn ewig heißt ja nicht nur kein Ende haben, sondern auch keinen Anfang. Sowohl die Heiligen, als auch die Engel haben aber einen Anfang. Was nicht ewig ist, das kann nicht ewig werden. Man kann einem menschlichen Leben seinen Beginn nicht nehmen.

Wenn wahr ist, dass die Engel und Heiligen ein Leben ohne Ende haben, dann ist ihr Dasein eine Art Zwischending. An die Zeit gebunden heißt, Anfang und Ende haben, Ewigkeit heißt weder noch. Einen Anfang und kein Ende liegt irgendwie dazwischen. Weil alles einen Namen braucht, wurde diese Daseinsweise der Zeit das Aevum genannt. Manche nennen es auch die „Zeit der Engel.“ Sie hat in gewisser Weise teil an der Ewigkeit Gottes, ist aber nicht ewig, wie er, weil nur er keinen Anfang hat.

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