Was wir glauben, Teil 1

Bildschirmfoto 2015-10-22 um 18.20.14

Für Bennie und Ali, über Glauben, Unglauben, Schöpfung Dreifaltigkeit und andere chrlstliche Sachen.

Als Bennie mir vor kurzem sagte, er verstehe das mit der Dreifaltigkeit nicht, da bin ich zum ersten Mal auf die Idee gekommen, ein kleines Büchlein darüber anzufangen. Und als wir vor ein paar Tagen über die Leute sprachen, die nicht an Gott glauben können oder wollen, hat mich das nochmal bestärkt. Du hast dann gesagt, das mit dem Buch sei vielleicht nicht nötig, es würden sowieso nur die lesen, die ohnehin schon glauben. Ich bleibe aber bei meinem Argument: Die Leute, die glauben haben oft keine Argumente, die sie gegenüber denen sagen können, die den Glauben verweigern. Um diese Argumente zu liefern, schreibe ich drüber. Also legen wir los.

Nun, Bennie ist ein sunnitischer Moslem. Da kann ich gut verstehen, dass er unsere Vorstellungen nicht gleich versteht. Wir hatten in der Sporthalle auch keine Zeit, uns zu unterhalten. Ich hätte ihm aber gern eine Frage gestellt. In einem islamischen Forum habe ich gelesen, Gott liebe die Menschen, die ihm dienen und versuchen, nach seiner Lehre zu leben. Meine Frage wäre dann: Liebt Gott sich selber auch?
Wir werden in einer Sache übereinstimmen. Auch wenn wir Gott nicht erklären und schon gar nicht sehen können, werden wir beide sagen, er ist das Liebenswürdigste schlechthin. Wenn es überhaupt etwas ganz und gar liebenswürdiges gibt, dann ihn.
Wenn er nun die Menschen guten Willens lieben kann, dann sich selbst doch sicher am allerersten. Also, wenn er lieben kann, dann wird er sich selbst als ehestes gut finden und lieben. Wir Christen sagen das jedenfalls so.

Wir können auch anders anfangen: Gott ist barmherzig. Das sagen Muslime und Christen in gleicher Weise. Wir nennen die Barmherzigkeit eine Sache der Liebe. Auf jeden Fall glauben wir beide, dass wir Gott ganz besonders lieben werden, wenn er uns seine Barmherzigkeit erwiesen hat. Deshalb können wir wahrscheinlich auch sagen, Gott liebt es, barmherzig zu sein. Also liebt er auch seine Barmherzigkeit und somit liebt er sich selbst. Wenn das so ist, dann müssen wir sagen können, Gott hat etwas an oder in sich, was er liebt und er hat etwas an sich, was dieses Geliebte in Liebe anschaut.

Vielleicht klingt das jetzt alles ein bisschen komisch: Sich selbst lieben. Ich meine das jetzt aber ohne romantisch sein zu wollen. Jeder liebt sich selber. Jeder ist traurig, wenn ihm etwas Teures genommen wird, jeder möchte satt sein, sich ausruhen können und mit seinen Freunden glücklich sein. All das sind Zeichen für die Liebe zu sich selbst, zu den Menschen, die man schätzt und zur Welt, auf der wir leben. Wenn ich nun davon ausgehe, dass Gott mir die Frau an meiner Seite gegeben hat, dann glaube ich gleich mit, dass er sie mir aus Liebe gegeben hat, zumindest, weil er will, dass ich etwas Gutes bekomme und dass es mir mit ihr gut geht. Also finde ich Gott auch gut, weil ich glauben kann, dass er mich liebt. Wenn er mir so etwas Gutes geschenkt hat, dann führt mich das dazu, dass ich ihn wieder liebe, und meine Verehrung ihm gegenüber hat einen guten Grund. Aus diesen Gedanken heraus glauben wir Christen sagen zu können, Gott liebt es geliebt zu werden.

Um nun aber zu Bennies Bedenken zu kommen: Wer sich selber sieht und von sich selber weiß, der hat ein Verhältnis zu sich. Der hat, wie gesagt, etwas in oder an sich, was sieht und was gesehen wird. Das sind zwei Pole, um es einmal so auszudrücken. Der eine wird gesehen der andere sieht das Gesehene, und beide haben ein Verhältnis miteinander. Dieses Verhältnis, das wieder nur ich selbst sein kann, das ist das Dritte. So glauben wir, dass Gott nur ein einziger ist, aber dass dieser diese drei genannten Pole in sich hat. Einen, der sich sieht, einen, der von ihm gesehen wird und einen, der das Verhältnis zwischen ihnen ist, das ja auch nur er selbst sein kann. So erklären wir uns die Dreifaltigkeit. Aber dass Gott dreifaltig ist, dass wissen wir nicht aus diesen Gedanken heraus, sondern nur, weil er es uns sagen ließ. Er hat uns sagen lassen, dass er liebt, dass er Liebe ist und dass er es liebt, wenn wir ihn lieben. Das in etwa ist ein erster Gedanke über Gott, wie die Christen ihn verehren. Das wird jetzt alles ganz anders sein, als die Muslime verkünden. Vielleicht sagst Du auch, Du willst über Gott nicht so tief nachdenken oder als Muslim verbietet sich das. Das alles magst Du tun. Was ich tun möchte, das habe ich schon gesagt, ich möchte meinen Glauben so gut es geht aussprechen, ihn Bücher niederschreiben, die man lesen und über die man sich unterhalten kann. Ich möchte nämlich, dass meine Freunde und Nachbarn wissen, was ich glaube, was mich antreibt und wie ich ticke. Nicht voneinander zu wissen führt zu Misstrauen uns kann gefährlich werden.

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