Von den Entscheidungen, die nicht widerrufen werden

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In der Gegend, in der wir uns gerade befinden, wird im deutschen Gebrauch der Sprache sehr oft ein Wort erwähnt, das ich am liebsten vermeide. Ich glaube aber kurz drüber reden zu müssen. Denn Du wirst später irgendwann sicher noch viel von vielen Leuten über unser Thema hören, da wird das Wort so oft gebraucht, wie das Wort Ball in meinem Lieblingssport. Dann wirst Du Dich fragen, wie ich ein ganzes Buch zur Sache schreiben konnte, ohne das Wort zu beschreiben. Es würde Dir so fremd vorkommen, wie wenn einer ein dickes Buch über Angela Merkel schreibt, ohne zu erwähnen, dass sie Kanzlerin war. Man kann nicht gut Bücher über Mozart schreiben, ohne zu sagen, dass er Musik gemacht hat.
Das Wort, das ich nicht mag, heißt im Lateinischen „poena“ und wird im Deutschen fast immer mit „Strafe“ übersetzt.
Nun hat es mit der Strafe im Allgemeinen aber sein Problem: Es wird oft und sehr verschieden benutzt, und für alle, die es hören, weckt es in der Regel eher weniger angenehme Erinnerungen. Strafen will man nicht. Man will sie nicht bekommen und sich in aller Regel nicht gern an sie erinnern. Deshalb redet man nicht gern über sie. Wir müssen es aber tun, weil alle Welt es tut.

Alles Handeln hat Konsequenzen. Bekommst Du ein Kind, dann ist die Konsequenz, dass die Welt einen neuen Bürger hat. Im Allgemeinen nennt man Kinder einen Segen. Es gibt allerdings auch Leute, von denen gesagt wird, mit ihnen sei die Menschheit eher bestraft worden.
Es gibt auf das Handeln der Menschen gute und weniger gute Konsequenzen. Der Lohn der Liebe ist wiederum die Liebe und das nennen alle gut. Der Lohn der Lieblosigkeit ist meistens auch wiederum, dass dem Lieblosen lieblos begegnet wird. Das schlägt sich dann auf die Seite dessen, was zu den Strafen zählt.
Es gibt noch einen kleinen Haken. Strafen sollen vor allem eins: Sie sollen wieder aufhören. Es gehört zum Wesen der Strafen, dass sie etwas sind, gegen das man sich auflehnt. Sie sind immer etwas Ungewolltes, was gegen das Wünschen spricht. Man wünscht sich Freiheit und die Strafe entzieht sie einem. Man wünscht sich einen Teller Muscheln und bekommt ihn zur Strafe weg genommen. Deshalb will man immer am liebsten, dass man wieder frei umher laufen und Muscheln essen kann.

Wenn wir in unserem Zusammenhang von den „Strafen der Engel“ spricht, dann haben wir es automatisch mit einer Sache zu tun, die kein Ende hat. Kinder bekommen ihre kleinen Strafen, damit sie etwas Großes fürs Leben lernen. Strafen sollen vor allem überwunden werden um ein besseres Niveau zu erreichen. Wenn die Engel bestraft werden, dann hören die Strafen nie auf und sie werden nachher kein besseres Leben haben. Deshalb sträubt sich alles gegen diese Gedanken. Aber was soll man machen? Wir können wohl so tun, als gäbe es das alles nicht. Es lebt sich besser, wenn man nicht immer über die widrigen Seiten der Welt spricht und an sie denkt. Aber leugnen, dass es sie gibt, das wäre dumm und dumm sein empfiehlt sich ganz und gar nicht, würde ich meinen.

Es ist nun so: Gute Feuerwehrmänner üben das Löschen von Häusern in der Hoffnung, nie wirklich welche löschen zu müssen. Schlechte Feuerwehrmänner zünden den Bauern ihre Heuballen an, um endlich was zum Löschen zu bekommen. Über solche Leute brauchen wir hier nicht nachdenken. Nachdenken müssen wir dagegen über die Güte Gottes, dem schon mal vorgeworfen wird, er könne gar nicht gütig sein, wenn er Strafen verhängt, die nie aufhören. Wie kann ein Gott gütig sein, der Engel schafft, um sie am Ende mit seiner nie aufhörenden Freude in die ewige Hölle zu werfen? So lautet die Anklage, die nie endet. Wenn ich aber richtig verstanden habe, was ich überhaupt verstehen konnte, dann steht selbst der Allmächtige vor den Dingen, die passieren, ohne sie in Schuld zu sein. Selbst Gott müsste auf der Anklagebank aussagen, das einzige, was man ihm vorwerfen könne, er hätte die Engel nicht schaffen sollen, die sich gegen ihn entschieden haben und die jetzt nie wieder ihre Entscheidung ändern wollen. Manche sagen, es sei böse, eine Hölle zu schaffen, um die abtrünnigen Engel dort hinein zu werfen. Ganz anders klingt es, wenn man sagt, der Allmächtige schenkte ihnen einen Ort, an dem sie sich austoben können, ohne die anderen zu stören.
Manche aber sagen immer noch, und Thomas sieht das auch: Gottes Barmherzigkeit ist größer, weil allein sie ohne jedes Ende ist. Deshalb muss das Gute zum Schluss hin siegen und alles im Wohlgefallen aufgehen. Thomas sagt allerdings, das sei am Ende leider ungereimt, die Rechnung gehe nicht auf. Wenn es so wäre, wie gewünscht, dann könnten auch die ewigen Freuden am Ende nicht ewig sein. Zudem nennt er Gründe, die wir zum Teil schon gesehen haben. Engel schwanken nicht in ihren Entscheidungen, und nur schwankende Seelen lassen sich überreden, vielleicht doch noch umzukehren.

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