Es kann nur einen geben!

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Es gibt Lehrer, die brauchen, wenn die Klasse laut wird, nur leise werden. Einen solchen hatten wir. Er musste nur aufhören zu sprechen und es wurde in kurzer Frist ganz ruhig um ihn. Er fuhr dann mit leisen Tönen fort ich kann mich nicht erinnern, dass sein System je nicht funktioniert hätte. Er unterrichtete Fachkunde und dazu ist zu sagen, dass es sich bei uns um eine Klasse Schlosserlehrlinge handelte. Dreißig Lehrlinge, die nicht gerade selten ganz andere Dinge im Kopf hatten als gute Schlosser zu werden. Dieser Lehrer beeindruckte, und ich frage mich bis heute, was seine Autorität eigentlich ausgemacht hat. Er war klein, nicht gerade schön von Gestalt, und auch sonst eher wenig beeindruckend. Insgesamt war er von keinem äußeren Glanz, aber er hatte etwas Ruhe Gebietendes, wenn er nur den Raum betrat. Sein gutes Fachwissen hätte es sein können, aber das hatten andere Lehrer auch. Dieser hatte irgend etwas, was der heilige Thomas nun doch einen „gewissen Glanz“ nennt, wenn er beschreibt, was die Schönheit ausmacht. Drei Dinge sind dazu vonnöten: „Eine gewisse Unversehrtheit und Perfektion“ gehört dazu, die Proportionen müssen stimmen und den angesprochenen Glanz, den braucht es auch. „Denn was eine glänzende Farbe genannt wird, das wird schön genannt“, schreibt er noch dazu.
Wir haben uns leider einem wenig erquicklichen Thema angenommen, über das, wie gesagt, am besten so wenig wie möglich gesprochen werden sollte, ohne es jedoch ganz zu lassen. Heute

Es ist noch einmal zu klären, warum das Schlechte aus dem Guten kommen muss. Man könnte auch sagen, warum das Schlechte kein eigenständiges Ding sein kann. Mit dem Guten ist es anders. Es ist eine eigene Sache, wenn man auf den Glauben hört, und das ist – man wird es sich denken können – der Liebe Gott. Die Behauptung des Glaubens lautet, noch einmal anders gewendet: Gott hat keine Konkurrenz, schon gar keine böse. Um ein wenig provozierend zu sagen: „Das Böse“ als solches gibt es gar nicht. Sprechen wir so, dann müssen wir, um genau zu bleiben sagen, der Volksmund hat Recht, wie er fast immer Recht hat. Natürlich gibt es das Böse, der heilige Thomas sagt es auch, sonst hätte er kaum ein ganzes Buch geschrieben, das den Titel „das Böse“ trägt.
Er legt lediglich am Anfang dar, dass es das Böse so, wie viele an es glauben, eben nicht gibt. Es gibt ganze Sekten und viele Leute, die das Böse seinem Fundament nach neben Gott ansiedeln. Sie erklären sich die Welt mit dem Widerspiel von Hell und Dunkel, von Finsternis und Licht. Das ist zugegebenermaßen die einfachere Lösung. Zu Ende gedacht, geht sie allerdings nicht auf. Das heißt, es kann so nicht sein, und das versucht der Meister an mehreren Stellen seines Werkes zu zeigen. Die Argumente, die mir beim Schreiben eingefallen sind, stammen übrigens nicht aus den ersten Kapiteln von „de malo“. sondern wären eher in den beiden Summen zu finden.
Gut und Böse sind Gegensätze, und eins dürfte feststehen: Wenn das Böse könnte, würde es das Gute verschlingen oder mindestens austilgen. Das Böse kann also nicht stärker sein, als das Gute. Auf der anderen Seite wird man sagen müssen, auf die Dauer wird auch das Gute nicht mit dem Bösen existieren wollen. Weil es aber beides gibt, sagen die Leute aus den Sekten, sind beide genau gleich stark und der Kampf dauert ewig.
Die katholische Position sagt nun, das Gute ist unendlich überlegen, es lässt sich nur so viel Zeit, wie es möchte, und der Aquinate hat sogar Argumente, nach dem das Böse um einer gewissen Vollständigkeit der Welt nicht ganz fehlen darf.
Nehmen wir den Gedanken hinzu, nach dem die Welt eine Schöpfung ist. Er sagt, es gibt einen Schöpfer, aus dem alles kommt, was nicht er selbst ist. Von solchen kann es nicht zwei geben, denn dann hätte das Gute das Böse und das Böse das Gute gemacht. Es kann nur einen geben, und der Optimist Thomas legt souverän dar, dass die ganze Welt, samt ihrem missratenen Teil, sozusagen aus einem guten Grunde kommt.

 

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