Berichterstattung

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Alle stieren jetzt auf den Papst und die Wissenden wissen und hauen raus, was sein muss, was leider oder Gott sei Dank der Fall ist. Die einen sehen die große Katastrophe, die anderen, dass endlich alles gut wird. Da freut es den in Sachen Tagesgeschäft und Journalistik eher untalentierten Blogger natürlich, wenn mal einer was schreibt, was man selbst gern schreiben würde, wenn man das Zeug dazu hätte. Eduart Habsburg macht das hier, bei kath.net und auf seinem Blog. Danke dafür!

8 Kommentare zu “Berichterstattung

  1. Gibt es wirklich in der katholischen Kirche die Angst, dass jetzt alles verändert wird und Franziskus den ganzen Laden auf den Kopf stellt? Das ist ja spannend. Es ist Wahnsinn, wie innerhalb einer Woche alle aus ihren Löchern kriechen und ihren Senf abgeben. Ich bin total gespannt auf dieses Pontifikat. Aber, wieso lässt man ihn nicht erstmal machen, bevor man die Geschichtsbücher schreibt. Phoenix hat am Abend der Wahl eine Talkrunde zum Thema gemacht: „Wohin führt dieser Papst die Kirche?“. Das ist lächerlich. Ob von links oder von rechts, wieso kann man den Papst nicht erstmal machen lassen. Stattdessen sind wir gerade hierzulande schnell dabei, die „deutschen“ Erwartungen zu kommunizieren. Was soll der Quatsch? Aber naja, bei Gauck war ja auch am ersten Tag überall zu finden, was die Gefahren und Chancen seiner Präsidentschaft sind. Und jedes einzelne erste Wort wurde nach allen Seiten gedreht. Ich finde es schade, dass wir uns so die natürliche Vorfreude nehmen. (Auch wenn ich jetzt nicht Bundespräsident und Papst auf eine Stufe stellen will.)
    Spannend finde ich aber die innerkatholische Kritik. Gerade auch aus konservativen Lagern. Da werden Namenswahl und was weiß ich nicht kritisiert, mit Gründen wie mangelnde Demut vor der Tradition. Das finde ich fast noch beschränkter als die Kommentare der einschlägigen deutschen Medien und Vertreter. Glaubt denn wirklich irgendjemand, dass die Kardinäle einen Papst wählen, der sich durch Traditionsbrüche qualifiziert?!? Außerdem ist mir bei Franziskus so etwas nicht bekannt, im Gegenteil.
    Lasst uns doch einfach gemeinsam abwarten, wie Franziskus seinem Ponitifikat „den Stempel“ aufdrückt. So wie das alle Päpste getan haben. Ich jedenfalls freue mich darauf, denn so schlecht klingt der Anfang nicht, wie seine gerade gesprochene Predigt bei seiner Einführung auch wieder gezeigt hat.
    So, das musste raus. 🙂

  2. Ja, es gibt diese wohl etwas beschränkte Angst auf Seiten diverser Konservativer Kreise: Jetzt wird die Katastrophe eingeleitet, jetzt setzt er Zeichen, die die Auflösung der katholischen Kirche einleitet. Er hat nicht die richtigen Schüchen an und singt den Segen nicht, vor allem räumt er den Volksaltar wieder in die Sixtina! Hiiilfe! Auf der anderen, der progressiven Beschränkung läuten jetzt die Glocken, dass dieser Papst seit sechzig Jahren das erste Gottesgeschenk ist und die Kirche nun genau so wird wie die Welt, die sie umgibt. Alles Kappes.
    Besonders in solchen Lagern, die meinen die Kirche Christi subsistiere eigentlich in der Piusbruderschaft wird es hier und da richtig peinlich. Aber im deutschen Distrikt halten sie sich offenbar noch zurück. Aber von da wird man in näherer Zukunft manch interessante Laute zu hören bekommen. Irgendwann liegt einem das Herz ja doch auf der Zunge.
    Der Heilige Geist hat ihn uns auf den Thron gesetzt, und er kann ihn uns wieder abziehen, wenn er was nicht begreift. Das ist meine kindliche Meinung. Ansonsten würde ich sagen, was Du sagst: Warten wir doch mal und genießen wir aus der dritten Reihe die äußerst spannenden Zeiten! Das ließe sich allerdings viel besser beim Bierchen besprechen. Vielleicht Donnerstag? Da mache ich wieder meine Philosophie vom Fass im Ristaurante Budapest. 😉

  3. Na, da wär ich auch gern‘ dabei im »Budapest«!
    Ich sag’s ehrlich, diese ganzen Unkenrufe und Miesmachereien gehen mir schon richtig auf den Keks!
    Ich habe heute ein Fastenbier(!) getrunken und mich schlicht und einfach gefreut, daß wir einen neuen Papst haben. 🙂

  4. Was ich irgendwie merkwürdig finde, ist, dass der neue Papst gesagt haben soll (ich habe es nicht mit eigenen Ohren gehört, aber es wird wohl stimmen), dass er eine „arme Kirche“ für die „Armen“ will. Ist ja erstmal ein schönes Wort, wenn es denn wahr werden würde. Ich frage mich allerdings, wie das gehen soll? Will er jetzt die Reichtümer der Kirche verkaufen und den Vatikanstaat auflösen, das Geld Bedürftigen schenken? Da wird wohl außer ihm kaum jemand mitmachen. Oder was stellt er sich unter „armer Kirche“ vor? Das würde mich mal interessieren. Ich meine arm ist arm, oder? Wenn man das nicht so meint, sollte man es auch nicht sagen. Oder hat das Wort „arm“ jetzt eine andere Bedeutung als ich sie bisher kannte und ich habe das gar nicht mitgekriegt?

  5. @Kleinkatholik:
    Habe die Zeilen auch gehört bzw. im Zitat gelesen. Wird er wohl gesagt haben. Ich denke, den Vatikanstaat auflösen, wäre ein wenig drastisch. Vor allem würde es kein Geld bringen. Einen verschuldeten Staat will niemand kaufen. Die Reichtümer verkaufen? Hmm. Meinst du die Kirchen und Gemälde? Das ginge mir persönlich, der ich nicht Katholik bin, zu weit. Ich denke, er wird sich selbst in dieser Hinsicht zum Programm machen. Er hat nie in einer bischöflichen Residenz gewohnt, ist Fahrrad oder Bus gefahren anstatt mit dem Dienstwagen. Ich denke, er wird mit solchen Worten seiner Kirche eine ähnliche Haltung anempfehlen. Das Geld, was da ist, zu nutzen. Zu teilen. Das hat er ja heute in seiner „Antrittspredigt“ auch betont. Barmherzigkeit walten lassen. Auch hat er die Bewahrung der Schöpfung betont. Lass uns doch abwarten und schauen, wie er Armut und Bewahrung zum Programm erhebt. Was er erlässt. Oder ob es bei warmen Warten bleibt. Ich wünsche ihm, dass der Herr ihm noch ein paar Jahre lässt. Denn ich freue mich auf sein Hirtenamt.
    @Johannes:
    Hab schon von meiner Mutter ganz freudig gehört, dass dein Kreis in der Zeitung angekündigt wurde. Hat mich sehr gefreut. Vielleicht schaffe ich es diesem Donnerstag sogar wirklich. Habe mir fest vorgenommen, dem Ganzen mal beizuwohnen. Ansonsten, trefft ihr euch regelmäßig? Und ab wann startet ihr?

  6. Als Papst mit dem Bus oder Fahrrad fahren? Hmmm….verstößt das nicht gegen irgendwelche Sicherheitsvorschriften? Hat der Papst ansonsten nicht sogar Leibwächter? Oder bin ich da falsch informiert?

    Na ja, ich will nicht so viel spekulieren.

  7. Oh Gott! Hab grad den Artikel von Herrn von Schönburg in der Welt gelesen, auf den der Journalist verweist, dessen Beitrag du hier (zu Recht) lobend erwähnst. Ist schon zum Schmunzeln, wie sich ein Adliger über die Unterscheidung von Amt und Person auslässt und dafür den König heranzieht. Kannte Herrn von Schönburg bisher nur durch sein Nichtraucher-Buch. Dass er nun auch noch den Untergang der Kirche beschwört, weil ein Mensch, der Papst wird, nicht anders sein will als er vorher war, ist, naja…

  8. @Keinkatholik: Im Großen und Ganzen schließe ich mich Benni an, der schon das meiste gesagt hat. Papst aufm Fahrrad geht natürlich nicht. Petersdom verkaufen und den Papst in eine WG mit seinen Kurienkardinälen stecken, geht auch nicht. Das mit den Kunstschätzen ist auch schwierig, weil man alles nur einmal verkaufen kann. Pius XII. hat im Krieg schon beschlossen, Kunstschätze zu versetzen, um den Juden und Kriegsgefangenen zu helfen. Da wurde ihm aber viel ausgeredet. Er hat zusammengekratzt, was er konnte und so für die Rettung weit über einer halbe Millionen Menschen sorgen können. Wenn man den gelassen hätte; ich habe ihn im Verdacht, das gesamte vatikanische Museum auszuräumen. Ich glaube nicht, dass der Papst so naiv ist zu glauben, eine arme Kirche bedeute, nichts mehr zu behalten und zu pflegen.
    Eine arme Kirche wäre vielleicht eher mal eine, die sich vom Geld in der Welt unabhängiger macht.
    Es gibt eine zweite Vorstellung von armer Kirche, die weniger äußerlich auf Besitz schaut. Ich hatte einmal das Vergnügen in der privaten Wohnung des verstorbenen Kardinals Hengsbach zu sein. Es war ein helles Erstaunen, wie schlicht, einfach und ohne jeden persönlichen Luxus der bedeutende Kirchenmann lebte. Wenn er als Kardinal und Diplomat auftrat, glänzte er wie alle. Er persönlich aber liebte es schlicht – ja, und arm zu sein. So vielleicht erst mal.

    @Benni: Ja, es ist hüben wie drüben immer das selbe Muster. Man hat sein Bild im Schädel, wie alles zu sein hat, und vor allem, wie allein es laufen kann. Alles andere ist Götterdämmerung. Um die Konklaves ist es wirklich schwer, wirklich was Gutes zu lesen. Zeigt natürlich auch schon mal ganz gut das Niveau der großen Magazine, die schließlich die einzige Weiterbildung für unsere Intelliganz sind.

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