Wisst Ihr, was richtig schön ist?

Ich meine jetzt für mich: Wenn man zwischen dem ganzen Gefordert- und Gerufensein die kleinen Haltestellen des Lebens aufsuchen kann, um ganz kurz in seinen Büchern zu stöbern und bei einem Musikstück seines Vertrauens in Ruhe und mit geschlossenen Augen über das Gelesene nachzudenken.
Hach ist das herrlich.
Embraceable You eignet sich jedenfalls bestens, um über Seele und Leib nachzudenken.

 

11 Kommentare zu “Wisst Ihr, was richtig schön ist?

  1. Ich bin da wohl etwas komisch und vielleicht ein eigentümlicher Vogel. Aber ich lese eigentlich in jeder möglichen Minute theologische und philosophische Sachen und alles drumherum. Weil ich das Schreiben liebe, lese ich eigentlich immer alles irgendwie fürs Schreiben. Das ist für mich einfach die liebste Entspannung, wenn ich dabei hier und da etwas Musik hören kann, die mir gefällt.
    In Sachen Hören geht es ähnlich zu. Wann immer ich allein bin, wenn ich kann und Zeit habe höre ich im Auto Vorträge und Vorlesungen, die ich kriegen kann. Über alles, was mich interessiert. Hier höre ich besonders gern in die anderen Wissenschaften rein, deren Bücher zu lesen mir zu schwierige wär.
    Lass mich nachdenken. Das letzte wirkliche U, das ich gelesen habe, war glaube ich das Gesamtwerk von Heimito von Doderer. Das habe ich mit echt viel Freude verschlungen. Dann erinnere ich mich an ein paar Sachen aus der Liga Thomas Mann, von Musil und solche Dinger. Das ist alles aber schon einige Jahre her. Weiß auch nicht, aber Theo und Phil sind mir irgendwie einfach zu wichtig geworden.
    Die große Ausnahme ist der zwölfbändige Gottmensch von Maria Valtorta. Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nicht ganz am Ende noch eine Seite daraus lese.

    • Schau an. Ich hab so ungefähr mit 18 weitgehend aufgehört, Sachbücher zu lesen. Philosophie hat mich nie interessiert, fand ich immer entweder evident falsch oder trivial, und Theologie, naja, ist ja eh klar.
      Trotzdem hatte ich ulkiger Weise von einem Verlag mal eine anfrage, ob ich nicht ein Sachbuch schreiben wollte. Ist aber nichts draus geworden.

  2. Ich verstehe ja überhaupt nicht, wie man entweder nur Sachbücher oder nur Romane lesen kann.

    Aber da ich gerade die Podcasts des (ungläubigen) Theologen und Bibelwissenschaftler Robert M. Price entdeckt habe und eumloquatur sagt, dass er gerne Vorträge und Vorlesungen hört, möchte ich ihn doch fragen, ob er Price kennt oder gar dessen Podcasts hört.

  3. @Muriel: So verschieden kann es laufen. Ich finde schreibmäßigerweise entlastet das Internet sehr. Man kann veröffentlichen, man hat die Leser, die man verdient, man braucht nicht mit seinem Verlag auf Zahlen zu schauen und muss nicht dafür sorgen, dass man mit seinen Büchern bekannt wird.

    @ars libertatis: Was ich lese und was nicht, ergibt sich aus der Zeit und der Laune. Kann sein, dass ich nächste Woche einen Roman verschlinge. Ganz egal. Aber wenn man sich schreibenderweise was vornimmt und wie ich zum Beispiel einen Kommentar produzieren will, dann bindet einem das schon ziemlich die Kräfte. Das hat aber wieder den Vorteil, dass man an was dran ist. Das zum Beispiel liebe ich. Und ich habe zudem immer noch dieses nicht für alle verständliche, aber aufrichtige Bedürfnis, was Schönes für den Lieben Gott und seine Kirche zu tun.

    Sicher kenne ich Price, aber nicht besonders gut. Ich weiß auch von diesem Jesus Seminar, bei dem er wohl mitmischt. Das alles ist aber theologisch gesehen, nicht von besonderem Wert und eigentlich auch nirgends als was Seriöses anerkannt. Die ganze Exegese der Leute steht auf ziemlich löchrigen Füßen und deren Wünsche sind im Grunde die ergebnisbestimmende Grundlage für das Forschen. Price und seine Leute sind für die Wissenschaft ein bisschen wie Erich von Däniken für die Geologen oder wie Schmidt-Salomon und Dawkins für die seriösen Atheisten. Eher nicht wirklich zitierfähig, muss man wohl leider sagen.

  4. Kein Ding. In Theologenkreisen wird Dawkins eher etwas peinlich belächelt, weil er von Gottesbildern und -vorstellungen ausgeht, die niemand von uns hat.
    Soweit ich von ihm aus den anderen Wissenschaften gehört habe, ist man sich eigentlich ziemlich einig, dass er mit seinen Werken, die das Religiöse im Focus haben, schlicht zu weit aus dem Fenster gelegt hat. Es ist eben immer schwierig, wenn Biologen die Theologen belehren wollen. Der Schuster ist einfach nicht bei seinem Leisten geblieben.
    Ich habe bei Dawkins kurz reingeschaut und nach fünf Seiten gesehen, dass man mit ihm eigentlich eher seine Zeit vergeudet. Innerhalb seiner Disziplin gilt er, wenn ich richtig gehört habe, eher als ganz guter Mann. Darüber kann ich nichts sagen. Was die Religion angeht kann ich, wie gesagt nur sagen, dass er gar nicht weiß, was wir glauben.

  5. Mit der Kombination „Musik und Lektüre“ könnte man fast „Los Wochos“ veranstalten. Ebenso bin ich immer in Versuchung, so was mit dem Thema: „Tragt ein paar Bücher, die für Euch wichtig sind oder die Euch besonders prägen / beeindrucken, auf einem Regalmeter zusammen und photographiert sie so ab, daß man die Buchrücken erkennen kann“ auszurufen.

    Ich finde es immer spannend (je nach dem auch: anregend), zu wissen, was andere lesen, in den Regalen stehen haben etc. …. etwas „curiositas“ schwingt da sicher mit rein 😉

  6. @Muriel: Ja, ein anderere Ansatz, den Du sicher aber auch schon kennst, würde in der Fragwürdigkeit seiner These, Religion mit Krankheit in Verbindung zu bringen; da Dawkins ja das Religiössein in Bauch und Bogen als wahnhaft bezeichnet. Mir vergeht da nur gleich immer die Lust, mich auf eine ernsthafte Kritik gegenüber Thesen einzulassen, die man selbst nicht ernst nehmen kann.

    @Andreas: Ich habe auf meinem alten Blog mal sowas angefangen wie: Was ich gerade wo lese. Da habe ich immer ein Foto von dem Ort gemacht, an dem ich gerade war und dazu das Buch oder die Seite fotografiert, die gerade dran war. Hatte was. Man könnte wirklich mal wieder was ausrufen, stimmt. Gruß in den Süden!

  7. @eumloquatur: Ich halte Mehrheitsmeinungen nur in den Naturwissenschaften für einen brauchbaren Proxy. Von daher beeindruckt es mich nicht, was andere Theologen über Price sagen. Und gerade in der Theologie (ähnliches gilt für die Philosophie und für die Geisteswissenschaften) kann man wohl fast jedem vorwerfen, dass seine Wünsche das Ergebnis bestimmen. Wenn du genauer erklären möchtest, was an Price schlecht ist, würde ich gerne zuhören.

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